Bob Lord, seit 2016 Chief Digital Officer von IBM.
Bob Lord, seit 2016 Chief Digital Officer von IBM. © Foto:IBM

Dmexco | | von Frauke Schobelt

Wie IBM die Digitale Transformation stemmt

Unwahrscheinlich, dass Bob Lord die These von Vijayanta Gupta, Head of Product and Industry Marketing bei Adobe, teilt:  Die Ernennung eines Chief Digital Officers in Unternehmen sei nur eine kurzfristige Lösung und nicht nachhaltig. "Im klassischen Geschäftsdenken ist die einfachste Art, in einem Unternehmen ein Problem zu lösen, Geld oder Leute darauf zu werfen", sagte Gupta im W&V-Interview. Überspitzt ausgedrückt: Wenn ein CEO Digital nicht verstehe, dann stelle er halt einen CDO ein.

Bob Lord ist seit 2016 Chief Digital Officer. Und zwar der allererste von IBM. Ein globaler IT-Konzern mit Milliarden-Umsatz und einer langen Geschichte, dessen Management man durchaus ein Verständnis für die Komplexität der Digitalisierung zutraut. IBM sieht sich mit seinen Produkten einerseits als Treiber der digitalen Transformation. Andererseits muss der Konzern diese Herausforderung auch im eigenen Haus meistern. Und da kommen Bob Lord und die neu gegründete Digital Business Group ins Spiel. 

Bei der Dmexco sprach der CDO in der neuen Experience Hall über "Digital Transformation and the Convergence of Marketing and Technology in the Cognitive Era". Bevor der Manager zu IBM wechselte, war er unter anderem CEO von Razorfish und President von AOL.

Nun bringt er seine Digitalexpertise bei IBM ein. Der Konzern sei dabei, sich neu zu erfinden, um im digitalen Zeitalter auch für kommende Generationen von Business-Partnern relevant zu bleiben. Oder, wie Lord es ausdrückt: "We turn the big blue in a different organisation." Warum das nötig ist? Neue Player wie Uber und Airbnb hätten ganze Geschäftsmodelle pulverisiert. Differenzierung und Modernisierung tun not, um nicht Opfer der digitalen Disruption zu werden. 

Deshalb investiert IBM massiv in neue Produkte und Services. Lords These: "Cognitive computing era is the next digital revolution." Fit für diese Ära und die zunehmende Verschmelzung von Marketing und Technik will IBM seine Kunden machen, bietet etwa mit dem Computersystem "Watson" ein komplexes Tool für den Kundenservice, das Daten analysiert, die menschliche Sprache versteht und durch Interaktion lernt. Neu im Angebot ist die Plattform "Think Marketing", noch in der Betaversion. Sie soll Kunden personalisierte Inhalte liefern, eine Art "Huffington Post" für den "B-to-B"-Bereich.

Letztendlich muss sich auch IBM selbst auf diese neue Ära einstellen, auch, um im Kampf um die besten Talente interessant zu bleiben. Deshalb bricht das Unternehmen mit Traditionen seiner 105-jährigen Geschichte: Der Konzern will künftig seine Services öffnen und Entwicklern zugänglich machen, sie mit Daten und Knowhow bei der Entwicklung eigener Lösungen und Produkte unterstützen und beraten. Für IBM offenbar eine revolutionärer Schritt.

Die Client Experience sei das Maß aller Dinge, so Rob Lord. Für IBM heißt das: Software werde in Zukunft anders gekauft und genutzt, darauf müsse sich der Konzern einstellen, um den Milliardenmarkt weiter abzuschöpfen.

Seine Learnings für Unternehmen, damit die digitale Transformation gelingt:

  1. Enable Innovation
  2. Enhance performance
  3. Improve Customer Experience

Und dies scheint auch bei IBM eine durchaus komplexe Geschichte zu sein, wie Lord bei seinem Vortrag auf der Dmexco durchscheinen lässt. "Wir haben sechs Business-Units, die nicht unbedingt miteinander sprechen."  Als CDO kann er da nur raten: "Expose silos, expose disfunction." Scheint, als würde er bei IBM noch eine Weile gebraucht.

Artikel rund um die Dmexco finden Sie auch hier. Video-Interviews gibt in unserem Dmexco-Video-Channel. Der Veranstalter streamt außerdem auf Youtube.

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