Bei Xing sind die meisten Digitalagenturen präsent.
Bei Xing sind die meisten Digitalagenturen präsent. © Foto:Webzunder

Webzunder-Studie | | von Annette Mattgey

Wie gut beherrschen Digitalagenturen Social Media?

Social Media haben zwar viele Digitalagenturen im Portfolio, aber wie aktiv sind sie selbst in sozialen Netzwerken? Plan Net, TWT und UDG stehen an der Spitze der aktuellen Auswertung des Dresdner Softwareunternehmens Webzunder.

Die Grundlage bildet das jährlich erscheinende Internetagentur-Ranking des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW). Im Rahmen der Studie wurden die wichtigsten Social-Media-Seiten der 50 erfolgreichsten Online-Marketing-Agenturen untersucht.

Das Wichtigste in Kürze:

● Die Top 50 der erfolgreichsten Agenturen Deutschlands nutzen vor allem die Netzwerke Linkedin und Xing, gefolgt von Facebook und Google+, d.h. die bewährten sozialen Netzwerke bleiben vorn.
○ Xing 96%
○ Linkedin: 96%
○ Facebook: 94%
○ Google+: 82%
● Bildplattformen wie Instagram, Pinterest und Snapchat werden (noch) selten genutzt.
○ Pinterest: 40%
○ Instagram: 36%
○ Snapchat: 2%
● Mindestens einmal pro Woche posten 60% der Agenturen auf Facebook, 58% auf Twitter und 55% auf Instagram.
● Soziale Netzwerke werden vor allem für die Selbstdarstellung verwendet – das gilt vor allem für:
○ Google+ (98%)
○ Linkedin (100%)
○ XING (100%).
● Ein häufiges Problem ist das fehlende Impressum:
○ Vor allem bei Bildplattformen fehlt häufig das Impressum: Bei 89% der Instagram-Profile sowie bei 84% der Pinterest-Profile fehlen rechtliche Hinweise.
○ Auch bei LinkedIn fehlt bei 81% der Agenturen das Impressum.
○ Die besten Ergebnisse konnten bei Facebook beobachtet werden: Hier fehlt bei nur 9% das Impressum.

Das sind die Top-3-Agenturen Deutschlands im Social Web

Mit 793 Mitarbeitern ist Plan Net die größte unabhängige Digital-Agentur Europas. Weltweit verfügt die Agentur über 30 Standorte. Mit über 83 Millionen Euro Honorarumsatz im Jahr 2015 steht Plan-net auf Platz eins des BVDW-Rankings 2016. Zu ihren Kunden gehören unter anderem BMW, Ikea oder das ZDF.

Die TWT Digital Group bezeichnet sich selbst als "Next-Service Agentur für das digitale Zeitalter". Die Agentur umfasst 170 Mitarbeiter an vier Standorten. Mit knapp 23 Millionen Honorarumsatz im Jahr 2016 liegt die Agentur auf Platz 16 des BVDW-Rankings. Zu den Kunden gehören unter anderem Henkel, Johnson & Johnson oder auch Mondelez.

Seit 2011 arbeiten die neun Gründeragenturen unter der UDG United Digital Group zusammen. Die UDG beschäftigt 612 Mitarbeiter. Mit über 69 Millionen Euro Honorarumsatz belegt der Zusammenschluss aus Agenturen Platz zwei des BVDW-Rankings. Zu ihren Kunden zählen unter anderem Aldi Süd, Condor oder Schweppes.

Was sie auszeichnet:

# Präsenz der Agenturen

Die 50 untersuchten Agenturen bespielen durchschnittlich sieben verschiedene soziale Netzwerke.  Die Top 3 liegen über diesem Durchschnitt.

Plan Net sowie auch die UDG sind auf neun der elf untersuchten Online-Plattformen zu finden. TWT pflegt acht Online-Auftritte.

In der Studie fanden sich auch Agenturen, die auf noch mehr sozialen Netzwerken vertreten waren. Allerdings pflegen die Top 3 die vorhandenen Präsenzen besonders sorgfältig - ganz nach dem Motto "Qualität vor Quantität"!

#Vollständigkeit der Profile

Im Rahmen der Studie wurde die Vollständigkeit der Profile überprüft. Enthalten die Profile alle relevanten Unternehmensinformationen, wie z.B. eine Unternehmensbeschreibung oder die Größe des Unternehmens? Das Ergebnis: Die 50 untersuchten Agenturen legen Wert auf vollständige Profile. Das gilt vor allem auch für die Top 3. In einzelnen Fällen fehlt lediglich das Impressum.

Die vorhandenen Social-Media-Profile beinhalten alle relevanten Informationen.

# Häufigkeit von Posts

Wie häufig neue Beiträge gepostet werden, hängt stark vom jeweiligen Netzwerk ab. So werden Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Twitter häufiger mit neuen Inhalten bespielt als z.B. Youtube.

Ein auffälliges Ergebnis der Studie: Über 60 Prozent der untersuchten Agenturen veröffentlichen seltener als ein- bis dreimal im Monat einen neuen Beitrag auf Linkedin, Pinterest und XING. Bei Google+ und YouTube sind es sogar über 70 Prozent. Hier sind die Top 3 Agenturen aktiver.

Plan Net postet auf keinem der neun Social Media-Profile seltener als ein- bis dreimal die Woche.

TWT veröffentlicht mehr als dreimal die Woche Beiträge auf Facebook, Google+, Instagram,Twitter und Xing.

Die UDG bespielt den eigenen Blog, Facebook und  Twitter mehr als dreimal die Woche. Nur eine weitere Agentur veröffentlicht genauso häufig Blogartikel wie die UDG!

Natürlich bedeutet häufiger nicht immer besser. Schließlich ist es abhängig von der Strategie der Agentur, wie oft sie welches soziale Netzwerk nutzt. Nichtsdestotrotz kann die Häufigkeit der Beiträge als Indikator für die Aktivität in sozialen Netzwerken dienen.

#Abwechslungsreichtum der Inhalte

Durchschnittlich posten Plan Net , TWT und die UDG vier bis fünf verschiedene Arten von Inhalten. Besonders häufig handelt es sich dabei um Fotos, Videos, Links zu Artikeln, Posts aus reinem Text und GIFs.

Die Top 3 liefern auf ihren Social Media-Profilen einen guten Content-Mix. Das gilt vor allem für Facebook und Twitter. Hier versuchen die drei Agenturen in besonderem Maße für Abwechslung zu sorgen.

#Anteil der Selbstdarstellung

Einige Netzwerke sind vor allem auf die Interaktion zwischen Nutzern ausgelegt, z.B. Facebook oder Twitter. Andere Social-Media-Plattformen dienen hingegen eher als Bühne für eigene Inhalte. Hier sind insbesondere Netzwerke für berufliche Kontakte wie Linkedin und Ximg oder Bild- und Videoplattformen wie Instagram und Youtube zu nennen.

Plan Net veröffentlicht vor allem über Facebook und Twitter Inhalte anderer Nutzer - mindestens 25 Prozent der Beiträge kommen nicht vom eigenen Unternehmen.

TWT pinnt auf Pinterest genauso häufig Bilder anderer Nutzer wie eigene.

Die UDG verwendet die Social-Media-Kanäle vorwiegend für die Verbreitung eigener Inhalte - auf Facebook und Twitter werden allerdings auch zehn Prozent Inhalte anderer Nutzer geteilt.

Die Top 3 Agenturen haben eine gute Balance zwischen eigenen Inhalten und denen anderer Nutzer gefunden.

Das Fazit:

Natürlich muss jede Agentur selbst entscheiden, ob und in welchem Maße sie im Social Web aktiv sein möchte. Dabei geht es nicht darum, jemanden zu kritisieren oder zu belehren. Soziale Medien sollen einem Unternehmen dabei helfen, sich so zu präsentieren, wie es wahrgenommen werden möchte. Die Top 3 Agenturen sollen als positives Beispiel für einen gelungenen Online-Auftritt und als Motivation für andere Agenturen dienen.

Mehr zum Social-Media-Verhalten der Digitalagenturen finden Sie in der kompletten Studie hier.

Wie gut beherrschen Digitalagenturen Social Media?

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