Facebook-Dienste | | von Annette Mattgey

Wie Facebook Offers der Marke nützen

Beim Kult um Schnäppchen und Rabatte will künftig auch Facebook mit dabei sein. Das Angebot Facebook Offers wird ab sofort in Deutschland getestet. Eine der ersten Kunden ist HelloFresh. Hier kann man sich anschauen, wie der Lebensmittel-Service sein Angebot über seine Facebook-Seite verbreitet und wie sich Facebook Offers von einem normalen Post unterscheidet. "Facebook Offers eröffnet deutschen Unternehmen gute Chancen auf die Ausdehnung der Reichweite in den sozialen Medien“, meint Bastian Scherbeck, Geschäftsführer von We Are Social Deutschland. „Die neuen Angebote könnten sich dagegen zu einem Renner für Onlinehändler und Filialunternehmen entwickeln. Sie bieten neue Chancen der Kundenaktivierung.“ Für LEAD digital erklärt Scherbeck, wie Marken auf Facebook Offers reagieren sollten.

Wir haben nur darauf gewartet: Nach dem verpatzten Start der „Facebook Deals“ im Jahr 2011 war klar, dass ein neues Format folgen würde. Die soeben erfolgte Übernahme des Coupon-Anbieters Tagtile war ein weiterer Wink mit dem Zaunpfahl. Facebook entwickelt sich von einer reinen Kommunikations- und hin zu einer Commerce-Plattform mit Fokus auf social, local und mobile. Jetzt ist es also soweit: Facebook rollt - in einer Beta-Phase und mit ausgewählten Partnern - Facebook Offers auch in Deutschland aus: Ab sofort kann jeder Partner virtuelle Coupons erstellen und diese via Facebook Page seinen Fans über den Newsfeed zukommen lassen. Bei entsprechenden Angeboten ist das virale Potenzial groß: Nachdem ein Nutzer ein Angebot – im Facebook-Jargon – „beansprucht“, wird automatisch eine Story in seinem Newsfeed generiert. Das Angebot mit seinen Freunden proaktiv und noch deutlich sichtbarer zu teilen, erfordert nur einen weiteren Klick.

Aus den im Rahmen von Facebook Deals gemachten Fehlern hat man dabei mit Sicherheit gelernt: Die neuen, auf digitalem Wege vermittelten Schnäppchen sind für Händler einfach und kostenlos zu erstellen und für Nutzer auf vielfältige Weise einsetzbar. Nachdem der Nutzer in seinem Newsfeed auf den Coupon aufmerksam wurde und geklickt hat, bekommt er diesen an die erste E-Mail-Adresse, die mit dem Facebook-Konto verknüpft ist, zugestellt. Dann bleibt es letztlich ihm überlassen, ob er das Angebot dem stationären Handel in ausgedruckter Form oder auf dem Smartphone präsentieren will. Der Online-Handel hat außerdem die Möglichkeit, ihm einen Rabatt-Code zur Verfügung zu stellen - wie es HelloFresh.de vorgemacht hat.
 
 
Auf den ersten Blick ein einfaches und komplikationsfreies Konzept. Wer es, nach vermutlich schneller Beendigung der Testphase durch Facebook, erfolgreich nutzen will, sollte zumindest Folgendes beachten:

1. Facebook Offers sind derzeit offen für alle. Facebook-Angebote sind aktuell nicht auf Fans von Pages beschränkbar. Im Sinne eines möglichst großen Anreizes für Freunde von Fans, ein solches Angebot auch zu nutzen und weiterzuverteilen, reicht es absolut aus, das Angebot einfach anzunehmen. Natürlich ist davon auszugehen, dass ein wahrnehmbarer Prozentsatz der Nutzer nach Annahme des Angebotes auch in Fans konvertiert – sollten diese jedoch reine Schnäppchenfans bleiben und keine Markenfans werden, sind sie vor allem eins: Teuer eingekauft und ohne weiteren Mehrwert für den Anbieter. Der Aufbau des Facebook-Angebots ist deshalb strategisch zu konzipieren und klar zu durchdenken. HelloFresh.de scheint dies vernachlässigt zu haben: Sollten aktuell auch nur 50 Prozent der Nutzer, welche das Angebot beansprucht haben, dieses auch wirklich einlösen, muss der Spross aus der Startup-Schmiede Rocket Internet Rabatte von über 12.000 Euro gewähren.

2. Kostenpflichtig ergänzt kostenlos: Je nach Anzahl der bereits bestehenden Fans macht es Sinn, parallel zur kostenlosen Nutzung der Facebook-Angebote, auch eine natürlich kostenpflichtige Ad-Kampagne zu schalten – worauf Facebook in seinem Help-Center auch freundlich hinweist. Die Kosten für die Kampagne sind den durch die Coupons verursachten Kosten zuzurechnen – „kostenlos“ ist was anderes.

Zusammengefasst: Die neuen Facebook-Angebote sind ein vielversprechender Ansatz und ein klarer Schritt von Facebook in Richtung einer Plattform, welche ihre Zukunft nicht mehr im reinen Ad-Business sieht, sondern klar in Richtung Commerce tendiert. Dabei ist Facebook klugerweise von dem im ersten Schritt gemachten Fehler, Unternehmen schon für die Nutzung Geld abzunehmen, wieder abgekommen. Wer auf Facebook in Zukunft erfolgreich mit seinen Fans kommunizieren will, sollte frühzeitig lernen, die diversen Features von Facebook richtig zu nutzen – und dazu gehören auch die neuen Facebook-Angebote.
 

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