Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Wie es euch gefällt: Emoticons und Sternchen. Und no Ads

Der User möchte es einfach. Flüchtlingsprobleme, die bessere Ehehälfte und die Steuererklärung machen das Leben schließlich schon kompliziert genug. Nur bei Facebook gibt es Erleichterung. Nämlich beim Ausfüllen von Formularen. Die neuen Facebook Lead Ads sollen es Marketern in Zukunft erleichtern, Newsletter-Bestellungen, Käufe etc. zu generieren. Damit der Kunde nicht abspringt, muss er jetzt nicht mehr selbst alle Angaben eintippen. Facebook spielt einfach die Daten aus, die der User auch öffentlich zu teilen bereit ist. Würden Sie hierfür ein Like oder ein Dislike geben? Facebook lässt Ihnen die Wahl: Per Emoticon können Sie mit ihren Facebook-Freunden lachen oder weinen, überrascht sein oder ärgerlich. Vorläufig aber nur in Spanien und Irland. Den Daumen-nach-unten-Knopf dagegen (Dislike) wird es nicht geben. Auch dann nicht, wenn Sie mit Ihrem Finanzbeamten befreundet sind.

Whats App wiederum überraschte diese Woche mit einem Sternchen. Damit kann man bei Gmail schon länger Mails kennzeichnen, die man öfter mal wieder braucht. Nun geht das auch bei Whats App. Ziel: Der User soll Nachrichten schneller wiederfinden können. Ob das eine heimliche Vorbereitung für Werbeoptionen in Whats App ist? Die wären dann sicher automatisch mit einem Sternchen gekennzeichnet ;)

Sterne bei Whats App. Einfachere Formulare und mehr Emotionen bei Facebook. Echte Geschichten bei Twitter. In den USA ist diese Woche "Moments" gestartet. Damit können Sie spannenden Momenten im Paket folgen. Momente sind dabei eigentlich eine neue Form von weiterdrehenden "News". Sie werden von einem Team namens Twitter Curation in Form von Bildern, Videos oder auch Tweets zusammengestellt und aktualisiert, wenn sich etwas Neues ereignet. Klingt ja ganz nett. Und auch für Twitter ist es legitim, zu versuchen, mehr Umsatz durch Werbung zu generieren. Doch es muss erlaubt sein, die Frage zu stellen, ob Twitter mit Paketen wie Moments seinen Markenkern kaputt macht. Denn viele Infos sprengen nun mal 140 Zeichen. Oder ob das der Start in eine neue Ära der Nachrichten-Berichterstattung ist? Etwas, das wir so ähnlich ja schon als Live-Ticker von Focus, Spiegel und Co kennen. Nur eben hipper und mehr social. BuzzFeed, die New York Times, die Vogue und die Washington Post sollen jedenfalls beim Kuratieren helfen.

Auch Google probiert sich in etwas Neuem aus. Die Suchmaschine will eine technische Plattform für schnelleres Multimedia auf dem Smartphone bereitstellen. Meinen Segen haben sie. Denn bis so mancher Trailer geladen ist, ist mein Bus vor der Haustür angekommen. Ich fürchte nur, Google geht es weniger um mich als um die Werbekunden. Erklärtes Ziel: schnellere Ladezeiten sollen für mehr Akzeptanz von Werbevideos sorgen. Für weniger Werbung engagiert sich dagegen die kostenlose App "No Ad." Die App ersetzt die am meisten verbreiteten Werbeplakate in Berlin mit Hilfe von Virtual Reality-Technik. Die gängigsten Anzeigen werden im Smartphone erkannt, das Motiv mit Kunstwerken digital überlagert.

Da sieht man es mal wieder. Meist sind die USA (Google, Facebook, Twitter) Vorreiter. Aber immer? Nicht immer. Zur Abwechslung sagt mal der Europäische Gerichtshof, wie die Spielregen aussehen – Stichwort Safe Harbor. Geht es nach der EU, sollen personenbezogene Daten nicht mehr in die USA transferiert werden. Ausgerechnet! Dabei lernt doch jeder Marketer heute, dass Daten sammeln das A und O ist. Egal woher, wenn dort Kunden sitzen. Falls Ihr Marketing-Cloud-Anbieter in den USA sitzt, müssen Sie wohl zu einem europäischen Anbieter wechseln. Oder Ihr Anbieter eine Serverfarm in Europa aufbauen. Wirtschaftlich gesehen gewinnt Europa so oder so.

Wie es euch gefällt: Emoticons und Sternchen. Und no Ads

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