Politische Korrektheit | | von Anja Janotta

Wie Aldi im Social Web in die Knie gezwungen wird

Im Normalfall ist die öffentliche Wahrnehmung der Aldi-Eigenmarke Ombia nicht gerade die größte. Nun aber ist die Marke aus ihrem bislang unscheinbaren Schatten getreten. Und das gleich mit Shitstorm. Zur Wintersaison hatte der Discounter einen neuen Duft der Seife in die Läden gebracht: Ombia 1001 Nacht. Um sie dann - wegen deutlichen Facebook-Protesten - noch im Januar vom Markt zu nehmen. Denn das Etikett zeigte verschwommen auf der Seite eine Moschee. Offenbar wollte Aldi offenbar keine religiösen Gefühle verletzen und beugte sich dem Shitstorm.

Jetzt wiederum schlägt die Stimmung ins andere Extrem: Im Social Web wird der Discounter nun verspottet, weil er so vorschnell den Rückzug angetreten ist. Auf Facebook mokieren sich die Fans jetzt unter harmlosen Produktpositings, dass diese ihre Gefühle verletzen. Beispielsweise: "Lieber Onkel Aldi, mir als gläubiger sind diese Bilder einfach zu freizügig und beleidigen meinen Glauben. Bitte die fast nackten Frau entweder verschleiern oder ganz entfernen. Ein gutes Beispiel ist der arabische Ikea-Katalog," so ein spöttischer Kommentar unter einer Werbung für  - Strickwolle(!).

Auch auf Twitter überwiegt die Zahl derer, die zu viel des vorauseilenden Gehorsam anprangern:

 

Immer noch wird die Kommentar-Liste auf der Facebook-Seite von Aldi-Süd  länger: Die Diskussion, wie sehr sich Unternehmen in der Berücksichtigung der religiösen Gefühle anderer einschränken müssen, scheint derweil noch nicht am Ende.

Wie Aldi im Social Web in die Knie gezwungen wird

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