BITKOM | | von Annette Mattgey

Werbung, Marketing und PR sind die Treiber für Social Media

Facebook & Co. ist bei den deutschen Unternehmen angekommen: Laut einer soeben vom BITKOM veröffentlichten Studie haben 69 Prozent der Befragten mindestens eine Facebook-Seite. 16 Prozent haben sogar mehrere. Etwa die Hälfte der Firmen setzt bereits Social Media ein - dabei sind Großkonzerne und der Mittelstand gleichermaßen engagiert. Dagegen ist die Industrie mit 34 Prozent etwas im Hintertreffen, Dienstleister liegen mit 48 Prozent im Durchschnitt und Vorreiter ist der Handel mit 52 Prozent. Teilgenommen haben 732 Unternehmen. Die Unternehmensbereiche, die durch das neue Medium am stärksten betroffen sind, sind ganz klar Werbung und Marketing. 75 bzw. 71 Prozent der Firmen greifen hier auf Social Media zurück. Die PR folgt mit 59 Prozent, Kundenservice (36 Prozent) und Vertrieb (31 Prozent) rangieren weiter hinten. Wenig erkannt ist das Potenzial für Produktentwicklung (7 Prozent) und HR/Personal (acht Prozent).

Unter den externen Möglichkeiten spielen Soziale Netzwerke wie XING und Facebook die überragende Rolle. Sie werden von 86 Prozent der Social-Media-Aktiven verwendet. Video-Dienste wie Youtube und Microblogging (Twitter) sind weniger beliebt (etwa von einem Viertel genutzt). Rund ein Drittel achtet jedoch auch auf die interne Kommunikation und hat daher ein Unternehmensblog aufgesetzt. Wikis und eigene Online-Communities sind weniger verbreitet. Im Vordergrund stehen überwiegend externe Kommunikationsziele: 82 Prozent wollen ihren Bekanntheitsgrad steigern, 72 Prozent neue Kunden ansprechen, 42 Prozent wollen ihr Image verbessern. Für 68 Prozent dienen Social Media zum Aufbau und der Pflege von  Kundenbeziehungen. Eher nachrangig sind Ziele wie Marktforschung, die Gewinnung neuer Mitarbeiter und Produktentwicklung.

Langsam professionalisiert sich das Tätigkeitsfeld Social Media: 86 Prozent verfügen über eigene Mitarbeiter für den Bereich. Gerade in größeren Unternehmen wird auch auf Social Media Monitoring (48 Prozent) geachtet. Schwachstelle hingegen: weniger als ein Drittel aller Unternehmen hat sich Ziele für den Einsatz von Social Media gesetzt. Die Mängel sieht auch BITKOM-Präsident Dieter Kempf: "Die Organisation der Social-Media-Aktivitäten ist noch ausbaufähig, gerade bei den kleineren Unternehmen. Der Mittelstand muss aufpassen, dass er das Feld nicht den Großen überlässt. Eine gute personelle und finanzielle Ausstattung ist wichtig, um die Potenziale der sozialen Medien auch tatsächlich ausschöpfen zu können."

Erstaunt verweist Kempf auch auf die 38 Prozent Social Media-Verweigerer. Sie schrecken einerseits rechtliche Unsicherheiten wie der Datenschutz ab. Andererseits glauben sie nicht, ihre Zielgruppen auf diese Weise erreichen zu können. Weitere Gründe liegen in der Unternehmenskultur (für 45 Prozent): "Es gibt einige Unternehmen, die sehr defensiv bis restriktiv kommunizieren. Social Media setzt aber eine gewisse Offenheit und die Bereitschaft zum Dialog voraus. Wer die Öffentlichkeit meidet, für den sind diese Medien tatsächlich wenig geeignet."

Die Studie "Social Media in deutschen Unternehmen" lässt sich auf der Website des Verbands herunterladen.   

 

 

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