Gemius sagt: Display-Anzeigen erreichen vor allem Ältere.
Gemius sagt: Display-Anzeigen erreichen vor allem Ältere. © Foto:Gemius

Auswertung von Gemius | | von W&V Redaktion

Wer bekommt welche Online-Werbekampagnen zu sehen?

Wer wurde im Sommer online am meisten umworben? Das Medienforschungs- und Technologieunternehmen Gemius hat mit dem Tool AdReal die Reichweite von Online-Werbung im Juli 2017 unter die Lupe genommen: Die Branchen mit den meisten Ad Impressions waren demnach der Handel, die Telekommunikation sowie die Medien. Desktop-Internetnutzern in Deutschland wurden im Juli insgesamt 40 Milliarden Display-Anzeigen und 1,5 Milliarden Videospots vorgesetzt. Für jeden Desktop-User heißt das durchschnittlich 813 Display- und 42 Videoanzeigen in einem Monat. Doch wer bekommt eigentlich was zu sehen?

Display-Anzeigen für höhere Altersgruppen

Auf welche Altersgruppen werden bestimmte Kampagnen insbesondere zugeschnitten? Display-Anzeigen zum Beispiel scheinen vor allem die Älteren zu erreichen. Je höher das Alter der Zielgruppe, desto besser die Reichweite und die Zahl der Ad Impressions: Bei den 18- bis 25-Jährigen Desktop-Usern wurden im Juli nur sechs Prozent aller Impressions des Monats erzielt, bei den über 56-Jährigen stieg der Wert dagegen auf 36 Prozent - offenbar versuchen sehr viele Werbungtreibende in dieser Altersgruppe zu punkten. Bei den weiblichen Usern der Gruppe 56+ wurden im Juli im Durchschnitt 1.172 Impressions gezählt, davon waren 42,5 Prozent sichtbar. Bei den Männern waren es 1.131 Impressions, mit einer Viewability Rate von 37 Prozent. In der Altersgruppe 18-25 dagegen war der Unterschied erheblich: 223 Impressions bei den Frauen (Viewability: 47 Prozent), aber 348 Impressions bei den Männern (nur etwa die Hälfte war sichtbar).

Angesichts der großen Zahl an Display Ads, welche die Altersgruppe 56+ erreichen, stellt sich die Frage wie effektiv diese Kampagnen am Ende tatsächlich sind. Zu beachten ist dabei, dass die genannten Altersgruppen unter den Desktop-Internetnutzern in Deutschland unterschiedlich stark vertreten sind. Die Gruppe 18 bis 25 steht für 17 Prozent, 25 Prozent gehören zur Gruppe 56+.

Da die genannten Daten für die Ad Impressions für Desktop-Nutzer gelten: Ist der Grund für diese Unterschiede in den Altersgruppen vielleicht einfach der, dass jüngere Nutzer vor allem mobile Geräte nutzen, um ins Internet zu gehen? Doch laut Statista.com gibt es in Deutschland keine deutlichen Unterschiede zwischen den Altersgruppen bei der mobilen Internetnutzung: Bei den 14- bis 29-Jährigen beträgt der Anteil über 30 Prozent und bei den über 50-Jährigen sind es dagegen knapp unter 30 Prozent.

Junge Männer schauen länger, Frauen sehen mehr

Bei der Videowerbung sind die Unterschiede weniger auffällig: Die Anzahl der Ad Impressions schwankt kaum zwischen den Altersgruppen. Während auf Zuschauer zwischen 18 und 25 Jahren 16 Prozent aller Impressions entfielen, waren es für die über 56-Jährigen 17 Prozent. In der jüngsten Gruppe wurde jedoch die höchste Viewability erzielt: 70 Prozent für Männer, 74 Prozent für Frauen. Der größte Anteil entfiel auf die Gruppe 46 bis 55 Jahre, dort wurden 25 Prozent aller Video Ad Impressions erzielt. Dafür war dort die Sichtbarkeit geringer – 67,6 Prozent für Männer bzw. 64 Prozent für Frauen. Auffällig: Die jüngsten männlichen User sahen sich die Videos am längsten an – durchschnittlich fast 15 Sekunden. Das war fast drei Sekunden länger als der Durchschnitt für alle anderen Altersgruppen. Am häufigsten wurden Videoanzeigen übrigens Frauen zwischen 36 und 45 Jahren gezeigt. Ein Grund dafür könnte sein, dass Werbungtreibende ihre Spots gezielt auf bestimmte User-Gruppen und Webseiten ausrichten.

Autos für Männer, Shampoo für Frauen

Bei den Display-Anzeigen machten die Werbetreibenden keinen Unterschied, männliche und weibliche Zielgruppen wurden ähnlich stark umworben. Die Kampagnen mit der größten Reichweite kamen vor allem von Marken aus den Bereichen Handel, Telekommunikation, Freizeitindustrie sowie Medien. Bei den Videokampagnen lag der Sektor Medien jedoch bei der Anzahl der Ad Impressions klar vorn – sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblichen Usern. Bei anderen Produkten waren die Unterschiede deutlich: Marken aus den Bereichen Handel, Körperpflege und Lebensmittel versuchten vor allem Frauen zu erreichen, Männern wurden eher Videospots aus den Branchen Automotive, Freizeit, Handel und Finanzen, Versicherungen sowie Brokergeschäfte gezeigt.

Die Daten von Gemius.

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Gemius

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