Clickbaiting | | von Franziska Mozart

Was hinter dem #Heftigstyle steckt

Mit der richtigen Headline lassen sich aus fast allen Inhalten noch ein paar Klicks rausquetschen – das demonstriert Heftig.co eindrücklich. Die Headlines funktionieren dabei fast immer nach gleichen Prinzip: Sie bestehen meist aus zwei Sätzen, einer beschreibt, der andere bewertet und vermittelt positive oder negative Betroffenheit, meist in erster Person formuliert.

Ein Blick auf 20 zufällig ausgewählte Headlines zeigt, dass die sprachliche Varianz dabei größer ist, als man vielleicht vermuten würde. Doch da die Headlines meist mit ähnlicher Intensität auf die Tränendrüse drücken, kann man durchaus das Gefühl bekommen, dass diese Betroffenheit mit den immer gleichen Ausdrücken hergestellt wird, auch wenn das nicht so ist.

Vor allem drei Emotionen wollen die Heftig-Headlines auslösen. Es geht meist um Rührung, Begeisterung oder Fassungslosigkeit. Umgesetzt wird das dann so:

  • Rührung: "Das rührt mich zu Tränen" "Das wühlt mich auf" "... hat mich tief berührt"
  • Begeisterung: "Das Ergebnis ist absolut faszinierend" "DAS ist brillant" "Das ... ist sensationell"
  • Fassungslosigkeit: "Kaum zu glauben" "stand mir der Mund offen" ... ist unglaublich"

Dazu kommt ein Personalisierung, die sich so konsequent kaum jemand zuvor getraut hat. In rund zwei Dritteln der Headlines wird ein Personalpronomen der ersten Person verwendet: "Das hat mich tief berührt", "Das hat mein Leben verändert". Besonders merkwürdig ist diese Personalisierung, wenn man weiß, wer hinter der Plattform steckt.

Wie dieser #Heftigstyle inzwischen Einzug in die Online-Medien gehalten hat, zeigt beispielsweise dieser Tumblr-Blog. Häufig vertreten hier ist die Huffington Post, aber auch die Mittelbayerische Zeitung, 11 Freunde und t3n lassen sich inspirieren. Und sei es nur ironisch.

Was hinter dem #Heftigstyle steckt

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