Lesetipp | | von Annette Mattgey

Was Firmen von Facebook-Admins einfordern sollten

Eine Facebook-Gruppe ist kein Verein, keine Partei und keine Gesellschaft bürgerlichen Rechts - relativ regellos also. Deswegen sollten Unternehmen mit ihren Social Media-Verantwortlichen die wichtigsten Punkte schriftlich festhalten, erklärt Social Media-Rechtsexpertin Nina Diercks. Ausgangspunkt ihrer Überlegungen ist ein Urteil des Amtsgerichts Menden, dass eine Facebook-Gruppe eher mit einem virtuellen "Kaffeeklatsch" vergleicht als mit einer fest institutionalisierten Gemeinschaft. Anlass des Urteils war die Klage eines Ex-Gruppenadministrators, der wieder in seinen alten Stand zurückversetzt werden wollte. Zuvor hatte ihn der Gruppengründer virtuell kaltgestellt. Doch der Kläger scheiterte, weil es solch losen Gruppen am Willen zur Rechtsbindung fehlt, so die Richter.

So weit, so gut - aber was heißt das für Unternehmen?

"Wenn ein Mitarbeiter als Admin einer Fanseite/Gruppe einen Schaden verursacht oder sonstige Haftungsfälle auftreten, sind untereinander und somit auch zwischen den Mitarbeitern und dem Unternehmern keine rechtlichen Ausgleichs- und Schadensersatzansprüche allein auf Grundlage der Facebook-Aktivität möglich", erläutert Diercks. Dazu braucht es eigenständige Regelungen, die in den seltensten Fällen durch bestehende Arbeitsverträge, Unternehmens-Richtlinien oder Betriebsvereinbarungen abgedeckt sind. Über eine Anpassung "sollten sich Unternehmen allerdings dringend Gedanken machen," empfiehlt Nina Diercks.

Sorgfaltspflichten für Mitarbeiter

Den Unternehmen sollte daran gelegen sein, dass die zuständigen Mitarbeiter extreme Sorgfalt im Umgang mit den Zugangsdaten walten lassen. "Das "heimliche" Abändern von Zugangsdaten, so dass nur noch der Social Media Manager (oder sonstige Verantwortliche) und nicht mehr das Unternehmen an sich, Zugang zu den Social Media Accounts hat, sollte – ggf. unter Androhung von Vertragsstrafen – verboten sein", schlägt Diercks vor.

"Regeln Sie in ihrem Unternehmen die Verwaltung ihrer Social Media Accounts, ansonsten, müssen Sie sich eventuell vor Gericht um die Herausgabe des Accounts streiten – und das wäre doch wirklich eine Ressourcen-Verschwendung oder?"

Der komplette Beitrag von Nina Diercks steht hier im Socia Media Recht-Blog.

Was Firmen von Facebook-Admins einfordern sollten

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