Sven Krumrey ist Redaktionsleiter bei Ashampoo.
Sven Krumrey ist Redaktionsleiter bei Ashampoo. © Foto:Ashampoo

Fallstudie Ashampoo | | von Annette Mattgey

Was ein Unternehmensblog alles bewirken kann

Im Jahr 1999 sah die Computerwelt noch komplett anders aus als heute. In Oldenburg machte sich Rolf Hilchner daran, einen Software-Vertrieb namens Ashampoo zu gründen. Seine Vision: leicht zu bedienende Software für den privaten und geschäftlichen Alltag, die sich auch ohne die Lektüre eines Handbuchs sofort verwenden lässt. Auf diese Weise entstand ein reichhaltiges Portfolio von Windows- bis zu Multimedia-Anwendungen.  Derzeit zählt Ashampoo 23 Millionen registreirte Kunden.

Die Ausgangslage:

Logo von Ashampoo

Bevor sich Ashampoo zum Ausbau des Unternehmensblogs entschied, erfolgte die Kommunikation allein über Werbe-Mails rein kommerzieller Art, Pressemitteilungen, Verkaufs- und Info-Materialen auf der Homepage. "Die Firma blieb anonym und hätte ebenso in den USA oder Australien stehen können", schildert Sven Krumrey, heute Redaktionsleiter des Ashampoo-Blogs, die Lage damals.

Ein persönlicher Kontakt war einzig über den Support möglich und wurde natürlich nur im Problemfall genutzt. "Wir haben uns deshalb entschlossen, über Blog, Facebook und Twitter einen direkteren Weg zu gehen, um mit den Kunden in Kontakt zu treten, einen echten Dialog zu ermöglichen", so Krumrey.

Die Zielgruppe:

Die Zielgruppe entspricht der Haupt-Käuferschicht: Vorwiegend männlich, technisch interessiert, Alter: 35 +.

Als Ziele gibt Ashampoo an:

  • Entwicklung eines Firmen-Images.
  • Weg von der Anonymität, entwickeln von Persönlichkeit, vielleicht auch Identifikationsfiguren.
  • Vermittlung von Kompetenz, Empathie und Dialog-Freudigkeit.
  • Bindung der Kunden auf emotionaler Ebene, Erzeugen einer Vorstellung, dass eine Firma durchaus auch in ihrem Sinne arbeitet, dass Kundenmeinungen wichtig sind und z.B. bei der Entwicklung konstruktiv mit einfließen.
  • Awareness schaffen für Problembereiche wie Datensicherheit oder Privatsphäre.

"Natürlich auch sanftes Hinweisen auf eigene Produkte, aber nur extrem dezent. Das Internet wimmelt von Blogs, die nur als Verkaufs-Kanal instrumentalisiert werden und den Lesern gehörig sauer aufstoßen", ist Krumrey überzeugt.

Die Strategie:

"Wir möchten einen persönlichen, authentischen Blog fernab jeder 'persönliches Problem – Lösung durch Produkt – Kauflink'-Methode", erklärt Redaktionschef Krumrey. Sein Mix: Ein buntes Allerlei zwischen Gesellschaft, Privatleben und technischen Themen.

Aktive Werbung wird über die Marketing-Kanäle betrieben, der Blog formt das Image.

Einzelne Texte werden zudem professionell vertont (Sprecher / Redakteur Michael Weyland) und dann im Radio gesendet.

Sven Krumrey: "Er soll Menschen unterschiedlichster Kenntnisstände Unterhaltsames und Sinnvolles vermitteln, vermischt mit einer Spur Humor und mit Verständnis für jene Technikfremden, auch Älteren. Die emotionale Nähe sieht man recht gut bei den Kommentaren unter dem Weihnachts-Blog".

Welche Beiträge wurden besonders intensiv gelesen?

Die meistgelesenen Artikel (der jüngste hat das Thema Adblocker) drehen sich allesamt um die verbindenden, weit verbreiteten Themen: Windows 10, Datensicherheit, soziale Netzwerke und ihr gesellschaftlicher Bezug. Emotional besetzte Themen ziehen hier natürlich besonders und provozieren zahlreiche Kommentare. Themen, die jeden angehen, werden entsprechend stärker besucht. Kommentare lassen sich durch entsprechende Call-to-Action forcieren, wenn sie inhaltlich und harmonisch zu dem Blog passen.

Das Ergebnis: 

Aus rund 80 Artikeln haben sich bisher 3.600 User-Kommentare ergeben. Pro Monat sind es derzeit 150.000 Visits, davon 47,8 Prozent New Visitors.

Dazu kommt eine Datenbank mit inzwischen 18 Millionen E-Mail Adressen, die sich Ashampoo durch geschickte Lead-Generierung erarbeitet hat. Der Verteiler für den Blog umfasst 931.433 Empfänger.

Ashampoo vermeldet Umsatzsteigerungen, eine direkte Zuordnung ist jedoch kaum möglich. "Die sehr positiven Reaktionen, die sowohl in den Kommentaren, wie auch per Mail die Redaktion und den Support erreichen, lassen keinen Zweifel an der Rezeption durch die Leser", sagt Krumrey. Im Wust der Werbe-Mails und der allgemeinen Bewerbung über alle Kanäle werde der Blog als Ausnahme, als persönliches Medium wahrgenommen.

"Speziell der direkte Dialog steigert massiv die Glaubwürdigkeit des Blogs und damit auch der Firma. Durch das z.T. massive Teilen dieser Inhalte in sozialen Netzwerken werden auch Menschen erreicht, die sonst nie von der Firma gehört hätten."

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Was ein Unternehmensblog alles bewirken kann

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