Irmela Schwab, Autorin bei LEAD digital, blickt auf die Woche zurück
Irmela Schwab, Autorin bei LEAD digital, blickt auf die Woche zurück © Foto:W&V

Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Warum auf der Dmexco digitale Kanäle am Pranger stehen

Wenn die Dmexco nächste Mittwoch ihre Pforten öffnet wird viel über die digitale Transformation diskutiert. Doch wird sie auch infrage gestellt - und ausgerechnet digitale Kanäle stehen dabei am Pranger: "Are we digitally drunk?" heißt ein Panel, das ständig neue letzte Schreie auf ihren Sinn hin diskutieren lässt: Fehlende Brand Visibility und Brand Safety, dafür Adfraud und Adblocker - das alles sorgt für eine Katerstimmung nach der hemmungslosen digitalen Besoffenheit.

Ernüchterung ist eingekehrt. Manchmal, so scheint es, müssen heißen hippen digitale Spielarten nüchtern und mit Abstand betrachtet werden, um einen eigenen Weg zu wählen, der der gesamten Unternehmung zugute kommt. Dazu passt gut, dass die Berater von PWC in einer aktuellen Studie feststellen, dass nur 37 Prozent der Deutschen auf Informationen schwören, die sie im Web erhalten.

Facebook und Twitter, über die viele User heute ihre News beziehen nach dem Motto "Die Nachricht muss mich finden, nicht ich sie", wird neuerdings nicht mehr so viel Glauben geschenkt. Nur knapp ein Fünftel der Befragten geben an, Facebook zu vertrauen, noch weniger geben an, Inhalten auf Twitter zu glauben.

Jeder Trend erzeugt nun mal einen Gegentrend. In diesem Fall kommen Fernsehsendungen und Tageszeitungen in den Genuss. Die Befragung unter 1.000 Bundesbürgern ergibt, dass 71 Prozent der Deutschen sich auf öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern über politische Ereignisse auf dem Laufenden zu halten. Gut die Hälfte der Befragten lesen Tages- und Wochenzeitungen. Damit bleiben traditionelle Medien auch im digitalen Zeitalter die wichtigsten Nachrichtenquellen - im Übrigen auch deren Online-Auftritte.

Journalistische Angebote wie die Online-Kanäle von "Spiegel", "Stern", "Focus", den Mitgliedern der ARD und der überregionalen Tages- und Wochenzeitungen genießen die Zustimmung von 75 Prozent der Befragten. Selbst News-Seiten, die nicht aus Medienhäusern stammen, dafür aber einen seriösen Absender haben wird vertraut: Dazu zählen etwa T-online.de oder web.de.

Für den künftigen Prozess der digitalen Transformation lässt sich damit viel lernen - und das hat interessanterweise viel mit dem anderen Trend zur Entschleunigung und zur Achtsamkeit zu tun: nicht mehr so viel Party, dafür mal eine Ruhepause. 

Warum auf der Dmexco digitale Kanäle am Pranger stehen

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