Viral only | | von Irmela Schwab

Vorbild Zappos: Dollar Shave Club setzt allein auf Fan-Buzz

Erst vor einem Monat gestartet hat Männerkosmetik-Artikler Dollar Shave Club schon für Begeisterung gesorgt. Mit einem markigen Video, das auf YouTube schon 4,2 Millionen mal angesehen wurde, richtet sich der Rasierklingen-Hersteller an die männliche Zielgruppe, das Motto: "Our Blades are f*** great." Auch auf der Website trifft die Crew aus Santa Monica den richtigen Ton - und macht auch mit der Seiten-Architektur alles richtig: Unter dem Viral-Video sind die Buttons von Twitter, Google plus und Facebook (25.000 Fans) in Klickweite. Daneben prangt ein Werbespruch fürs Produkt mit der unmissverständlichen Aufforderung: "Do it."

Obwohl der 12,8 Milliarden Dollar schwere Rasierwerkzeug-Markt, an dem Procter & Gamble mit der Marke Gillette üppige 66 Prozent hält, als gesättigt gilt, ist das kalifornische Start-up einer der Hot Spots des Silicon Valley.

Warum? Neben dem erfolgreich geklickten Low-Budget-Video (4.500 Dollar) nutzt der Rasierklingen-Hersteller auch im Vertrieb digitale Pfade - und erinnert dabei an Online-only-Schuhhändler Zappos.com und Baby-Artikler Diapers.com. Der junge Online-Händler zahlt keine Ladenmiete und keine Vertriebs-Provisionen. Eine Lagerhalle genügt. Kundengespräche finden ausschließlich auf den Social Plattformen statt. Und als Schaufenster und Einkaufsmöglichkeit für seine preisgünstigen Produkte dient die Website: Darüber kann Mann einen Rasierer ab einen Dollar zuzüglich zwei Dollar Liefergebühr bestellen. Dafür muss er sich erst registrieren - entweder mit einem selbst gewählten Email-Log-in oder dem zielgruppen-affineren Facebook-Log-in. Das beschert wertvolle Kundendaten, die der Retailer später für Direktmarketing-Aktionen einsetzen kann.

Beim Konsumgüter-Riesen P&G ist man schon auf das junge Start-up aufmerksam geworden: wegen des großen Internet-Buzz, wie ein Sprecher der US-Presse sagt. Angst vor Marktanteils-Verlusten habe man aber nicht. Michael Dubin, CEO von Dollar Shave Club und Star des Viral-Videos, und sein Team sind vom Erfolg der Unternehmung offenbar selbst überrascht. Wer jetzt einen Rasierer bestellen möchte, bekommt via Pop-up-Fenster mitgeteilt: Eine Auslieferung der Bestellung sei erst ab 10. Mai wieder möglich. Der Ansturm war einfach zu groß.

Vorbild Zappos: Dollar Shave Club setzt allein auf Fan-Buzz

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