Von konkretem Content, Fremdbloggen und Taugenichtserei
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Von konkretem Content, Fremdbloggen und Taugenichtserei

"Ads Personalization" – ganz persönliche Google-Werbung auch auf Drittanbieterseiten – so heißt das nächste große Ding bei Google. Und Google ist so höflich, den Nutzer zu fragen, ob er will, dass alle Informationen, die Google über ihn hat, für diese Targeting genutzt werden - über alle Endgeräte, Browser und Apps hinweg. Die Performance-Marketer wird es freuen. Dabei wird die Akzeptanz umso höher sein, je interessanter der Inhalt der Anzeigen ist. Wobei wir wieder mal beim Thema guter Inhalt, aussagekräftiger Content wären.

"Wir erreichten 42.688 Personen für 110,93 Euro Tagesausgaben." Endlich mal Tacheles. Da erzählt Ben Küstner, ein junger Burger-Anbieter und einer der drei Gründer von Bang Bang Burgers & Beer mit konkreten Zahlen, wie er seine Werbekampagnen auf Facebook managt. Und kommt prompt in die Presse. Auf LEAD digital bekommt er dafür einie Menge Likes. Was lernen wir daraus: Wir haben die Nase voll von oberflächlichen Statements wie "hat gut performt", "konnten den Umsatz stärker als erwartet steigern" oder "haben dadurch mehr Kunden akquiriert." Wenn Sie solche Floskeln lesen, müssen Sie da nicht selbst gähnen? Das sagt doch nichts aus. Aber wir wollen Informationen, fundierte Informationen. Wir appellieren daher, mal wirklich was zu erzählen, wenn Sie gehört werden wollen.

Der Post von Ben Küstner beweist, was LEAD-digital-Bloggerin Meike Leopold, Geburtshelferin des Salesforce B2B-Blogs, schon lange predigt: Blogging ist das effektivste Content-Marketing-Instrument. Bestätigt haben das 75 Prozent der Teilnehmer in einer europaweiten Studie von Hubspot und Smart Insights zum Thema Content Marketing. Huch, die Rede ist hier von B2B-Blogs. Aber auch hier gilt: Nur guter Content wird gelesen. Wer wirklich was zu erzählen hat, sollte übrigens ruhig mal fremdbloggen gehen und einfach bei Linkedin Pulse oder Facebook Notes vorbeitexten. Meike Leopold empfiehlt das sogar.

Wer Aufmerksamkeit für sich oder seine Produkte erzielen möchte – und das wünschen wir uns ja alle – kann auch einfach mal eine (scheinbar) absurde Behauptung in den Raum stellen wie es der PR-Berater Hasso Mansfeld jüngst tat. Er nannte sich selbst einen PR-Taugenichts. Hui, das verspricht Klatsch und Tratsch – eine schöne Nebenfunktion von Information, die die Massen ködert. Der Trick: Er hat den PR-Job in Anlehnung an Joseph Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts" erklärt. Um sich zu promoten. Um Kunden für die Thematik, die Machbarkeit und die Grenzen zu sensibilisieren ohne oberlehrerhaft rüberzukommen. Und damit meisterhaft präsentiert, was er für ein Meister der Taugenichtserei ist. Schneiden Sie sich ein Scheibchen Inhalt davon ab für Ihre nächste Kampagne.

Guter Content geht ja oft Hand in Hand mit gutem Storytelling. Bislang scheint das die Domäne der Content Marketer und PR-Leute zu sein. In Zukunft wird das aber nicht ausreichen. Was wir brauchen, ist gutes Storytelling im Onlinemarketing, in Social Media und - Achtung Zukunft - sogar im Programmatic Advertising. Kurz muss es sein und über mehrere Geräte hinweg funktionieren. Vorbilder gibt es nicht, also sind Fantasie und Kreativität gefragt. Und ein bisschen Investition in Weiterbildung. Denn für qualifizierte Fachkräfte wird die Digitalisierung der Arbeitswelt immer neue Jobs und Aufgaben bringen. Doch laut Bitkom geben sechs von zehn Unternehmen an, dass sie ihre eigenen Mitarbeiter nicht in Digitalkompetenzen weiterbilden.

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