Social-Media-Strategie | | von Lisa Geiger

Video-Tipp: NDR nimmt sich Focus Online vor

"Focus Online" ist in den Sozialen Netzwerken inzwischen erfolgreicher als "Bild". Beim Social-Media-Ranking "100000flies" ist die Medienmarke jüngst auf der Spitzenposition gelandet. Aber für die Methoden, mit denen "Focus Online" Reichweite macht, gab es im Netz viel Kritik. Dem geht das NDR-Medienmagazin "Zapp" gehörig auf den Grund.

"Focus Online ist extrem auf das Flüchtlingsthema aufgesprungen und meldet da alles - auf eine populistische Art und Weise", so Jens Schröder, der bei "10.000flies" die Reichweiten in sozialen Medien zusammenfasst. Die Konsequenz: Fokus Online ist erfolgreich. Vor allem Pegida- und AFD-Anhänger teilten die reichweitenstarken Posts. Davon ist natürlich nicht die gesamte Netzgemeinde begeistert.

Der Video-Beitrag vom NDR stellt die wichtige Frage: Ist es die pure Anzahl von Fans und Followern, die zählt? Oder können einem auch die Falschen folgen? Jens Schröter beantwortet das so: "Wenn man schmerzlos die meisten Menschen einfach nur erreichen will, dann ist das sicherlich ein Weg. Aber gerade 'Focus' war zumindest einmal eine Marke mit einem gewissen Anspruch. Im Internet habe ich das Gefühl, dass dieser Anspruch verloren geht." Und auch die "Klick-oder-bleib-dumm"-Strategie der "Huffington Post" kritisiert Moderator Teja Adams.

Ganz gut kommt dafür der Online-Auftritt der Springer-Zeitung "Die Welt" davon. Auch hier ging es im Ranking nach oben: In den Social-Media-Charts zog "Die Welt" jetzt an Spiegel Online vorbei und platzierte sich auf dem 3. Rang. Social-Media-Redakteurin Niddal Salah-Eldin spricht im Interview über ihre Strategie: Die bestehe vor allem aus Humor. Trolle bekämpft sie mit vielen Zwinker-Smilies und Ironie. Dieser Humor hat mittlerweile eigene Fans und eine eigene Facebook-Fanpage namens "Der ‘DIE WELT‘ Praktikant“.

Ist das also das Erfolgsrezept, Hauptsache lustig? Wird die Welt einmal geteilt sein - in die "guten" und "schlechten" Follower? Oder können auch die sogenannten Qualitätsmedien in Zukunft nur noch mit Populismus, Katzenvideos und anderen Klickfängern überleben?

Eines wird deutlich: Eine Social-Media-Strategie samt kritischer Diskussion darüber, was man als Marke oder Unternehmen im Social Web erreichen möchte (und wie man es erreichen möchte) ist auch im Jahr 11 nach der Gründung von Facebook noch nicht selbstverständlich.

Video-Tipp: NDR nimmt sich Focus Online vor

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(3) Leserkommentare

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht