Jede Plattform hat ihre eigene DNA. Sascha Klein, Leo Burnett, über die Optionen des Social Commerce.
Jede Plattform hat ihre eigene DNA. Sascha Klein, Leo Burnett, über die Optionen des Social Commerce. © Foto:Unternehmen

Interview mit Sascha Klein | | von Irmela Schwab

Verkaufen auf Snapchat: Für wen sich Social Commerce lohnt

Wenn Märkte Gespräche sind, sollten die sozialen Plattformen eigentlich die Kür des Verkaufens sein. Bisher ist der Social Commerce allerdings nicht richtig ins Rollen gekommen, der F-Commerce wurde vor fünf Jahren daher wieder zu Grabe getragen. Nun wagen Facebook, Snapchat & Co. mit Buy Buttons und speziellen Features einen neuen Anlauf. Sascha Klein, Director Content Marketing & Social Media bei Leo Burnett Deutschland, analysiert den Trend.

Snapchat bietet seit neuestem Social Commerce in den zehn-sekündigen Videos an: Über Ads können Produkte von Target und Lancôme direkt gekauft werden. Ziehen Sie das auch für Ihre Kunden in Erwägung?

Die Möglichkeit eines Direct Sales Push auf einer innovativen Plattform, die Heimat einer hochgradig aktiven, jungen Community ist, und die Kernelemente eines Messengers mit sich bringt: wer würde diese Option seinen Kunden nicht gerne vorschlagen? Die Realität sieht anders aus. Aktuell ist diese Möglichkeit auf Snapchat lediglich ein Testballon und bleibt zumindest aktuell noch vielen Unternehmen verwehrt. Abgesehen davon gilt es zu prüfen, ob es einen Fit zwischen Plattform und Unternehmen oder Produkt gibt, denn Werbung mit Impact basiert vor allem im Social Commerce auf dem Kernelement Relevanz. 

Der F-Commerce ist 2011 ja gescheitert. Ist die Zeit reif für einen neuen Versuch? 

Fünf Jahre sind in der digitalen Welt ein gefühltes halbes Leben. So war F-Commerce 2011 sicherlich ein gutes Konzept, die Nutzer waren aber noch nicht im passenden Mindset angekommen. Heutzutage und zukünftig sollten die Aktien da besser stehen, denn der Nutzer genießt eine immer einfacher werdende User Journey, während der er jederzeit digital aktiv werden kann. 

Für welche Konsumenten-Zielgruppen wäre das etwas?

Social Commerce ist vor allem relevant für Konsumenten, die mit den sozialen Medien aufgewachsen sind, eine Zielgruppe, die es gewohnt ist, mit Paypal zu zahlen und ein Grundvertrauen in die digitale Welt hat. 

Eine Begründung für das Scheitern des F-Commerce lautete, dass Social User in ihren privaten Chats im eigenen Feed nicht von Marken "gestört" werden wollen und sie sich nicht in Shoppinglaune befinden. Wie kann man dafür sorgen, dass der User sich nicht bedrängt fühlt und stattdessen seine Kauflaune angefacht wird?

Inzwischen gibt es immer neue Formen von Targetings und Möglichkeiten der Distribution. So können Inhalte so ausgesteuert werden, dass sie den Nutzer in einer möglichst "ungestörten“ Umgebung erreichen. Beispielsweise via lokaler Aussteuerung: Facebook’s Local Awareness Ads, Google’s Geofences oder auch Snapchat Geofilter haben die Möglichkeit Nutzer rund um den POS zu erreichen, was kreativ bereits enorme Möglichkeiten bietet Social Commerce-Formate zu platzieren. 

Wie lassen sich Brands auf Facebook, Snapchat, Periscope und Instagram unterschiedlich inszenieren? 

Jede Plattform hat ihre eigene DNA, ihre eigene Tonalität, Bildsprache und eigenständige Möglichkeiten die Community zu aktivieren. Dementsprechend auch andere Ansätze relevante Inhalte zu platzieren. Wichtig ist es dabei, nicht das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren. Geht es um Buzz, um Engagement oder um klassische Leads? 

Welche Vorteile bietet Social Commerce gegenüber Social Ads, also der Möglichkeit "nur" zu werben statt direkt zu kaufen? Ist eine Social Commerce-Strategie für jeden ratsam? 

Eine Social Commerce Strategie ist nicht pauschal für jeden ratsam, sie ist für die Unternehmen ratsam, die sowohl passende Produkte, als auch eine passende digitale Infrastruktur parat haben, um sich auf den Bereich einzulassen. Dabei ergänzen sich beide Formate, denn im Grunde geht es um Ad-Formate mit verschiedenen Ausrichtungen, die aufeinander abgestimmt sowohl einen positiven Impact auf Awareness und Branding haben können, als auch auf Sales. 

Mehr zum Thema Social Commerce lesen Sie in der aktuellen LEAD digital 8/2016 (ET: 24. August 2016).

Verkaufen auf Snapchat: Für wen sich Social Commerce lohnt

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