Projekt-Etat | | von Conrad Breyer

#Unfake: Berentzen wagt Testlauf im Netz

Zwei Monate lang testet Berentzen etwas völlig Neues. Im Internet wirbt die Traditionsmarke um junge Kunden ab 18 Jahren. Berentzen ist bis heute vor allem bei den 40- bis 50-Jährigen bekannt und beliebt; das soll sich ändern.

Die Aktion "Unfake" spielt sich auf der Website Unfake.me ab und in den sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram, YouTube). Bewegtfilme und Events lösen das Markenversprechen von Berentzen ein, einer Firma, die es seit 1758 gibt. "Echtes ehren. Schlechtem wehren." Diesen Spruch von Paul von Heyse hat sich Berentzen zu eigen gemacht, ihn mit dem Claim "Der stimmt so" modern interpretiert und damit die Haltung des Unternehmens erfasst.

Aimaq von Lobenstein aus Berlin hat die Kampagne konzipiert, in der zwei Markenbotschafter – die Wirtin Gertrud Heuser, die die Venloer Stube im Belgischen Viertel in Köln betreibt, und der Kölner Comedian David Werker – mit einer Arche auf dem Hänger durch Deutschland ziehen: Das Berentzen-Produkt Apple Bourbon begleitet sie dabei.

Die beiden kämpfen für das Echte, das in den vielen Latte-Macchiato-Tempeln und Szenebars, den vielen Rollen, die wir tagtäglich spielen müssen, zu verloren gehen droht. In Berlin, Hamburg, Mannheim und Haselünne, dem Stammsitz von Berentzen, machen sie Halt. Die Arche lädt Menschen ein, sich vor laufender Kamera zu ihrem Kern zu bekennen.

"Berentzen macht sich auf die Suche nach dem Echten und Wahrhaften", sagt Mete Atam, Head of Client Services von Aimaq von Lobenstein. "Das ist ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema." Berentzen ruft die Menschen dazu auf, sich von ihren Rollenzwängen zu befreien. Über die geplanten Events und sozialen Medien sollen sich die Verbraucher wie nebenbei mit der Haltung der Marke Berentzen und dem Produkt Apple Bourbon beschäftigen.

Aimaq von Lobenstein hat bislang nicht für Berentzen gearbeitet. Die Agentur sei jetzt projektweise für den Kunden tätig, wie Karen Laesch, Marketing Manager Deutschland, erklärt. Frank Schübel, seit seit zweieinhalb Jahren Vorstand des Spirituosenherstellers, hatte 2013 Serviceplan in München als Etathalter verpflichtet. Sollte die Kampagne von Aimaq von Lobenstein erfolgreich sein, könnten – so lässt sich vermuten – die Berliner übernehmen.

Berentzen werde genau beobachten, wie die Unfake-Kampagne im Markt funktioniere, sagt Laesch, und dann Schlüsse für die weitere Medienkommunikation ziehen. Entscheiden wird darüber Frank Schübel, der Berentzen seit November 2012 einem Strategiewechsel unterzieht. Er hat sich drei Jahre Zeit genommen, die Marke neu zu beleben.

#Unfake: Berentzen wagt Testlauf im Netz

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