@Pontifex | | von Deutsche Presse-Agentur

Und am achten Tag schuf Gott das Internet

Papst Franziskus sieht im Internet ein mit Risiken behaftetes Gottesgeschenk. Es könne allen größere Möglichkeiten der Begegnung und der Solidarität bieten, die digitale Welt könne aber auch zur Absonderung von unseren Nächsten oder zum Ausschluss derer führen, die keinen Zugang dazu hätten. Dies erläutert Franziskus in seiner Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikation. Der Tag wurde 1967 von Papst Paul VI. eingeführt und findet immer sechs Wochen nach Ostersonntag statt - in diesem Jahr am 1. Juni. Der Vatikan veröffentlichte Franziskus' Botschaft aber bereits jetzt. Darin fordert der Papst, die Kommunikation stärker in den Dienst einer echten Kultur der Begegnung zu stellen.
 
"Die Geschwindigkeit der Information übersteigt unsere Reflexions- und Urteilsfähigkeit", warnt Franziskus vor problematischen Seiten des Internet. "Wenn die Kommunikation überwiegend dazu dient, zum Konsum zu veranlassen, haben wir es mit einer gewalttätigen Aggression zu tun", meint das Kirchenoberhaupt. Die Verbindung durch das Netz müsse begleitet sein von einer wirklichen Begegnung, denn der Mensch könne nicht allein und in sich selbst verschlossen leben.
 
Die Probleme rechtfertigten es aber nicht, die "social media" abzulehnen. Sie erinnern den Papst vielmehr daran, "dass die Kommunikation letztlich mehr eine menschliche als eine technologische Errungenschaft ist". Auch der Welt der Medien dürfe die Sorge um die Menschlichkeit nicht fremd sein, fügt Franziskus an.
 
Der Papst ruft seine Kirche auf, die Türen zur digitalen Welt hin zu öffnen, "um mit den Menschen von heute im Gespräch zu sein." Die Kommunikation trage dazu bei, die missionarische Berufung der Kirche zu zeigen: "Habt keine Angst, Bürger der digitalen Umwelt zu werden!"

Franziskus selbst ist es bereits - zumindest führt er den Twitter-Account @Pontifex weiter, mit dem sein Vorgänger Papst Benedikt drei Monate vor seiner Rücktrittserklärung zu twittern begann. (dpa/fm)

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