Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Unboxing-Videos, Youtubes Gaming und Gummibärchen-Drucker

Die erste Milliarde endlich geschafft: Facebook ist jetzt also Milliardär. Am Montag war jeder siebte Mensch dieser schönen Erde mindestens einmal auf Facebook. Hohe Nutzerzahlen und doch unbeachtet? Facebook und Google fehlen bis heute in der Agof-Zählung. Überhaupt fragt man sich schon lange, wie man mit den Agof-Zahlen auch nur halbvernünftiges Marketing betreiben kann. Website-Zugriffe via Smartphone oder Tablet hat Agof in der Vergangenheit kaum erfasst – höchstens mal als Sahnehäubchen-Extrastudie, die sozusagen nur sonntags verteilt wurde. Jetzt schafft Agof neue Fakten: die Digital Facts. Die Digital Facts verraten regelmäßig die Reichweite von mobilen und stationären Werbeträgern. Auch wenn Daten zu Google und Facebook noch fehlen, das Agof-Glas ist jetzt immerhin wieder halb voll. Für Das Örtliche ist es sogar ganz voll: Das Örtliche gehört auch zu den Top 15 Angeboten - als stationäre Website, mobile Webseite und als App. Konkret: Monatlich klicken rund 12,23 Millionen Menschen die Digitalangebote von Das Örtliche an.

Auch beliebt: Computerspiele. Das hat jedenfalls Youtube analysiert und nun beschlossen, einen eigenen Youtube-Gaming-Kanal bereitzustellen. Und das nur, weil Minecraft so oft gesucht wurde. Anscheinend macht es genauso viel Spaß, selbst zu spielen, wie anderen beim Spielen über die Schulter zu schauen. Youtubes Gaming-Kanal bedient diesen Voyeurismus, jedermann kann jetzt jederzeit live Videospiele übertragen. Den Live-Stream konvertiert Youtube automatisch in ein Dauer-Video. Werbern eröffnet das neue Möglichkeiten: Warum nicht mal eine Werbung als Game aufmachen?

Ebenfalls beliebt und damit ein schönes Werbeumfeld sind Unboxing-Videos. Zwar stolpern potenzielle Kunden meist nur zufällig über diese Sonderform der Videos. Dafür genießen sie umso mehr Glaubwürdigkeit. In den Unboxing-Videos packen Leute, die sich auf ein spezielles Thema eingeschossen haben, regelmäßig Smartphones, technische Spielzeuge oder auch Kosmetik und Modeartikel aus der Schachtel und filmen diesen Prozess. Der Nutzen für den Zuschauer liegt auf der Hand: Man sieht und erfährt Details, die der Werbeprospekt nicht verrät. Am besten einfach mal im Unboxing-Youtubekanal Sammlungswahn reinschauen, Atmosphäre schnuppern und Kontakte zu den Unboxern herstellen.

Ich persönlich würde ja gern von dem neuen Katjes 3D-Drucker ein Unboxing-Video sehen: Der Drucker soll süße Frösche, Ampelmänner oder Oktopussis ausdrucken – zum Reinbeißen. Im Katjes-Café "Grün-Ohr" in Berlin-Mitte soll das lebensmittelzertifizierte Gerät künftig die leckeren Gummis ausdrucken – zusammengemischt nach den Wünschen der Kunden.

Ach ja, die Wünsche des Kunden sind ja unantastbar. Spotify und Co wissen das schon lange. Und bieten für alle Stimmungslagen die Musik, die sich die User in diesem Moment wünschen. Nun zieht Google nach. Googles Musikstreaming-Dienst will jetzt ebenfalls mit Playlists wie "Heißer Tag im Büro" oder "Putzen und Aufräumen" die passenden Songs für bestimmte Stimmungen liefern. Wie wäre es jetzt mit der Wochenend- und Sonnenschein-Liste?

Unboxing-Videos, Youtubes Gaming und Gummibärchen-Drucker

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