Philipp John von der Influencer-Marketing-Plattform Reachhero.
Philipp John von der Influencer-Marketing-Plattform Reachhero. © Foto:Reach Hero

Kampagnencheck | | von einem Gastautor

Tourismus-Influencer: 3 Kampagnen, die Sie kennen sollten

Im vergangenen Jahr feierte Influencer-Marketing in Deutschland seinen großen Durchbruch. Doch während viele Unternehmen erst nach und nach das Potential der digitalen Markenbotschafter für sich entdecken, ist der Einsatz von Influencern in der deutschen Tourismusbranche längst gang und gäbe. Philipp John, COO und Gründer der Influencer-Marketing-Plattform Reachhero, hat sich für LEAD digital drei aktuelle Kampagnen-Beispiele angesehen und erklärt, was funktioniert hat – und was nicht.

Französische Instagrammer kapern Germany Tourism

Was war die Idee?

Nicht nur auf politischer Ebene ist deutsch-französischer Austausch entscheidend, auch der hiesige Tourismus lebt davon. Um den Franzosen deutsche Städte und Regionen für den ein oder anderen Urlaub schmackhaft zu machen, lässt sich die Deutsche Zentrale für Tourismus seit einigen Monaten hin und wieder von französischen Influencern auf Instagram kapern. Das Prinzip: Abwechselnd übernehmen verschiedene Instagrammer das Ruder des offiziellen Germany Tourism-Kanals und führen die Fans für ein paar Tage durch Städte wie München, Dresden oder Frankfurt am Main. Mit dabei waren bislang unter anderem das Blogger-Paar cloetclem aus der Bretagne (50.5000 Abonnenten), Reiseblogger Bruno Maltor (133.000 Abonnenten), sowie Travel-Instagram-Sternchen Little Gypsy (31.400 Abonnenten), Juliette (44.600 Abonnenten) und Pauline Coupez (25.300 Abonnenten). Genutzt wurden die Hashtags #DiscoverGermanCities und #VisitGermany.

 

Germany Tourism

 

 

War's die Reise wert?

Auch wenn nicht alle Bilder der verschiedenen Blogger am Ende wirklich restlos überzeugen können, bleibt unterm Strich ein sehr gutes Ergebnis für ein spannendes Konzept: Die nahezu 90.000 Likes und mehr als 650 Kommentare – allein für die 16 Beiträge auf Germany Tourism – lassen darauf schließen, dass die Aktion bei den Fans dies- und jenseits des Elsass gut ankam. Indem die Influencer parallel auf ihren eigenen Kanälen für das Takeover Werbung machten und dabei (in den meisten Fällen) auch den offiziellen Germany Tourism-Kanal vertaggten, wurden zudem Synergien geschaffen.

Zwischenstopp in Island

Was war die Idee?

Gemeinsam für Island: Große Unternehmen der Tourismusbranche, darunter die Airline Icelandair sowie diverse Initiativen des Inselstaats, haben sich zusammengetan und feilen hartnäckig am internationalen Reiseimage des Landes. Gebündelt werden die Anstrengungen unter dem Hashtag #mystopover. Hierunter finden sich auf Instagram Schnappschüsse diverser internationaler Influencer, die die Schönheit Islands zeigen sollen. Mit dabei sind auch Mitglieder des deutschen Fotografen-Kollektivs German Roamers wie Daniel Ernst (521.000 Abonnenten) oder Hannes Becker (1,1 Millionen Abonnenten), aber auch Teile des schwedischen Äquivalents 46collective wie Niklas (59.100 Abonnenten).

 

Daniel Ernst

 

 

War's die Reise wert?

Schon allein ästhetisch ist die Aktion ein voller Erfolg. Und auch die nackten Zahlen überzeugen: So finden sich unter dem Hashtag #mystopover aktuell über 200.000 Einträge. Angesichts dieser riesigen Anzahl an Instagram-Bildern wird das Erheben von abschließenden Ergebnissen natürlich schwierig. Doch vielleicht soviel: Alleine die Mitglieder des German Roamers-Kollektivs kommen auf über 300.000 Likes für ihre Fotografien, mehr als 4.000 Mal wurde kommentiert. Insgesamt also ein toller Erfolg für den Tourismus des kleinen Inselstaats im Norden Europas.

Großes Manko: Der gesamten Aktion fehlen Hinweise wie #Werbung oder #Sponsored, die kenntlich machen, dass es sich dabei um eine Werbekooperation handelt. Um Followern gegebenüber transparent zu sein, sind diese mittlerweile unverzichtbar im Influencer-Marketing!

A&O Hotels & Hostels lädt zur Visite

Was war die Idee?

Um sich unter jungen Menschen als günstige Hotel-Alternative zu positionieren, setzt das Berliner Unternehmen schon seit einiger Zeit rege auf die digitale Mithilfe diverse Youtuber. So verbrachte das Vlogger-Pärchen Anne Wünsche (342.000 Abonnenten) und Henn-Over (72.500 Abonnenten) gemeinsam mit ihren Kindern im Mai eine Nacht in einem der Berliner Hostels und filmte fleißig, während Influencer-Kollegin Hanna Ellen (6.600 Abonnenten) ihren Fans bereits einen Monat zuvor die Kölner Dependance vorstellte. Zudem arbeitete die Hotel- und Hostelkette im vergangenen Jahr bereits mit Video-Bloggerin Ema Louise (509.000 Abonnenten) zusammen, verlost wurden damals Gratisübernachtungen.

https://www.youtube.com/watch?v=53gCmG6Lw9s

War's die Reise wert?

Die Clips der vier Influencer kamen insgesamt auf über 240.000 Aufrufe und wurden mehr als 4.000 Mal kommentiert. Gelungen ist hier schon die Wahl der Plattform: Die Testimonials können auf Youtube quasi wie in Tagebuch-Form von ihren Erfahrungen und Eindrücken berichten. Indem der Zuschauer einen direkten Blick ins Zimmer werfen kann, wird zudem das Gefühl von Transparenz vermittelt. Spannend auch die Auswahl der Vlogger, die geschickt darauf abzielt, Vorteile der Hostelkette wie Familien- oder Haustiertauglichkeit in Szene zu setzen.

Einziger Kritikpunkt: Die Verlosung hätte sicherlich für jedes der Videos Sinn gemacht. So hätte das Unternehmen die Fans der Youtuber noch besser aktivieren können.

 

Tourismus-Influencer: 3 Kampagnen, die Sie kennen sollten

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