Beauty-Virals | | von Franziska Mozart

#StopTheBeautyMadness: Schon wieder eine Kampagne gegen Schönheitswahn

Von Werbung für Haarpflegeprodukten sind wir gewöhnt, dass unsere Haare vor allem als Problem dargestellt werden: zu dünn, zu trocken, zu fettig, zu lockig – irgendetwas stimmt doch immer nicht. Aber dass zunehmend das Verhältnis von Frauen zu ihrem Körper generell als problematisch dargestellt wird, das nimmt langsam überhand, so gut gemeint die verschiedenen Kampagnen auch sein mögen.

Das neueste Beispiel dieser missionarischen Liebe-deinen-Körper-Kampagnen heißt #StopTheBeautyMadness und stammt aus den USA. Robin Rice hat sie initiiert und nennt sie ein "social change" Projekt. Ziel der Kampagne ist es, gängige Schönheitsideale in Frage zu stellen. Einige Frauen-Aktivistinnen sowie das Pluz-Size-Model Emme hat Rice als Unterstützerinnen gewonnen. Sie streuen das Thema im Social Web und geben in den kommenden zehn Wochen Audio-Interviews. Auch auf Facebook und mit Hilfe von Poetry Slams wird die Kampagne weitergeführt. Im Zentrum stehen 25 Motive, die sich gegen den Schönheits- und Jugendwahn wenden.

Stop The Beaty Madness steht in der Tradition einer ganzen Reihe ähnlicher Projekte, die den Frauen ihr Selbst- und Körperbewusstsein zurückgeben wollen – und dabei voraussetzen, dass das Verhältnis gestört ist. In Deutschland gibt es das Foto-Projekt Schöne Körper, angelehnt an "embrace" der australischen Fotografin Taryn Brumfitt. Auch Marken besetzen das Feld, allen voran natürlich Dove. Und sogar auf die Mädchen strahlt dieses Thema schon ab. Always und Verizon beispielsweise wollen ihnen zeigen, wie stark sie sind.

Alle einzeln genommen mögen ermutigend sein. In ihrer Masse zeigen sie aber ein neues Kommunikationsthema, das das Unperfekte eines unperfekten Frauenkörper betont, gerade weil alle diese Kampagnen den Frauen erklären, dass sie sich ein neues Körperbild zulegen sollen. Denn implizit steckt darin der Vorwurf, dass die Frauen selbst schuld an ihrem Körperbild sind. Das warf auch die New Yorker Non-Profit-Organisation Lamp der Doves Beaty-Patches-Kampagne vor.

Außerdem sind Kampagnen gegen den Schönheitswahn auch nur Kampagnen und letztlich geht es bei vielen davon vor allem um Produkte, die verkauft werden sollen. 

#StopTheBeautyMadness: Schon wieder eine Kampagne gegen Schönheitswahn

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