Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Stars auf Facebook, Arsenal-Fußballer auf YouTube, Adidas auf Runtastic

Video ist im Kommen und Facebook tut alles dafür, dass mehr Bewegtbild bei Facebook zu finden ist. Neuster Coup: Mit der Facebook-App Mention kann die High Society, also Politiker, Stars oder Sportler, die eine eigene Facebook-Seite betreiben, sich prima in Szene setzen. Zur Freude der Fans. Und neben die Postings kann Facebook bei schwangeren Stars Babywerbung in der Timeline platzieren, bei Fußballern Turnschuhe von Nike oder Adidas. Subtil, aber glaubwürdig.

Deutlich direkter arbeiten Nike und Adidas. Ach ja, Adidas. Der Herzogenauracher Sportkonzern hat lange Zeit neidisch auf Nikes florierendes "nike +"-Portal gestarrt. Der eigenen miCoach-Philosophie war ja nicht so viel Erfolg beschert. Aber nun hat Adidas gleichgezogen und sich den Sport-App-Entwickler Runtastic für 220 Millionen Euro geschnappt. Ein Investment, das sich auszahlen wird: Die Runtastic App verrät, wie man richtig trainiert, wie hoch die Herzfrequenz sein darf und wie viele Kalorien so ein Lauf verbraucht. Und sie bietet natürlich eine riesige soziale Bühne, auf der sich Sportler austauschen und messen können. Damit ist die App der optimale Wegbereiter für moderne Markenkommunikation und Adidas steht jetzt mit auf dem Siegertreppchen.

Soziale Netzwerke sind ein Erfolg, weil der Mensch sozial ist. Bei Adidas und Nike füllen die User das Netz mit Content. Doch bei der Mehrheit der Marketer ist guter Content – also Fotos, Videos, Illustrationen oder Infografiken - Mangelware. Rund ein Viertel der Marketer investiert weniger als fünf Prozent des Marketing-Budget in die Anschaffung von visuellem Content.

Wie man guten Content herstellen kann, der dann auch noch erfolgreich viral geteilt wird, machte der Fußballclub Arsenal London diese Woche deutlich. Einfach mal ein paar Fußball-Fans modeln und die echten Fußballer unauffällig ins Bild springen lassen. Und jetzt weiß die Welt auch,wie die neuen Trikots der Arsenaler aussehen. Auch ein anderer Fußballer wurde zum Viral-Star: Cristiano Ronaldo überzeugte mit einem Camouflage-Auftritt als Straßenkicker.

Apple hat mit Content ebenfalls kein Problem. Die Musikdatenbank säuselt seinen Kunden rund 30.000 Musiktitel um die Ohren. Und das kommt an: 11 Millionen Probekunden konnte der Apple-Service im ersten Monat gewinnen.  Marktführer Spotify zählt aktuell 20 Millionen zahlende Mitglieder. Aber Apple will wie immer hoch hinaus und auf lange Sicht 100 Millionen zahlende Kunden glücklich beschallen. Musik hören und teilen ist da sicher ein hilfreiche Funktion, die die Verbreitung des Musikdienstes fördert.

Das absolute Social Highlight aber fand diese Woche in Köln statt. Hunderttausende Spielefans pilgerten zur Gamescom, um die neuesten Spiele-Trends auszuprobieren. Dabei kam man an Virtual-Reality-Brillen kaum vorbei. Noch sind sie nicht direkt ein Mode-Accessoire, aber das ist sicher nur eine Frage der Zeit. Warum ein Hotelzimmer auf Fotos betrachten, wenn man virtuell sogar unters Bett schauen kann? Warum Werbung für ein Livekonzert aus der Perspektive fester Kameras betrachten, wenn auch eine virtuelle Drohne über dem tanzenden Publikum schweben kann? Wer auf Virtual Reality und Gamification setzt, kann auch jetzt schon schöne Kampagnen umsetzen.

Stars auf Facebook, Arsenal-Fußballer auf YouTube, Adidas auf Runtastic

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