Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Social Media - die nächste Stufe

Die Weichen auf Social Media-Plattformen sind gestellt, die ersten Lektionen gelernt. Diese Woche hat gezeigt, dass es nun darum geht, die vielen Einzelstrategien unter einen Hut zu bringen - und darüber Sinn und Mehrwert zu schaffen.

Dazu zählt, dass Kanäle wie Facebook, Instagram und Twitter nicht länger getrennt betrachtet werden, sondern als Einheit operieren sollen. So hat Mercedes seine Instagram-Gemeinde dazu aufgerufen, Bilder zu posten, wie sie ein Wochenende mit dem neuen Fahrzeug GLA verbringt. Die Kampagne wurde auf Facebook in die Verlängerung geschickt. Untersucht wird dabei gleich, welche Motive auf den jeweiligen Plattformen besser wirken. Auch die Social Ads auf den Portalen sind gekoppelt: Wer also bei Instagram auf eine Ad für GLA geklickt hat, bekommt auch bei Facebook Mercedes-Werbung zu sehen.

Eine Strategie, die nicht nur Mercedes weiterbringt: Auch Facebook kann darüber den Zukauf von Instagram werblich amortisieren. Höhere Gewinne einfahren will der blauen Riese auch über seine klassischen Ads. Auf Basis von Cost per View sind die Kosten dafür im Vergleich zum vorigen Quartal um 21 Prozent gestiegen, wie eine aktuelle Untersuchung von Kenshoo zeigt. Gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr spricht der Report sogar von einer Steigerung um 51 Prozent.

Dagegen liegt die Monetarisierung von WhatsApp noch im Ungewissen. Während Messenger Apps wie Kik, Tango und Snapchat schon Werbeumfelder anbieten, will Facebook-Chef Mark Zuckerberg offenbar gar keine Werbung auf seinem zugekauften Nachrichten-Überbringer ausspielen, wie er beteuert hat. Ein finanziell gesehen riskantes Vorhaben: Schließlich liegt die Chat-App bei deutschen Jugendlichen hoch im Kurs - und läuft als wichtigstes soziales Instrument Facebook langsam aber sicher den Rang ab. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter den Besuchern der diesjährigen Jugendmesse You. Der zufolge sagen 69,1 Prozent der Befragten, per WhatsApp mit ihren Freunden zu kommunizieren - ein Jahr zuvor waren es mit 35,8 Prozent nur halb so viele. Bei Facebook sind es nur noch 62,8 Prozent (2013: 77 Prozent).

Während Unternehmen noch versuchen die einzelnen Kanäle zu bespielen und die Masse an Posts, Pins, Tweets an unterschiedliche Zielgruppen zu bewältigen, arbeitet man in den USA derzeit an Robotern, die das erledigen. Auf Basis von lernenden Systemen. 

Maschinen, die anhand von Aktionen dazulernen und aus einzelnen Informationen Sinn machen wollen, formieren sich derzeit an allen Ecken und Enden. Das Stichwort dazu lautet: Contextual Computing. Neben den bereits bekannten Systemen wie IBM Watson und Google Now soll bald auch Humin zählen, ein Startup aus San Francisco, das über seine App eine Art digitaler Butler für Kontaktdaten sein soll.

Humin verknüpft dabei möglichst viele Quellen, neben den verschiedenen Adressbüchern auch soziale Netzwerke und Kalender. So kann die App einer eben getroffenen Person die eigene Telefonnummer ins Adressbuch der Humin-Nutzerin hinzufügen. Neben der Nummer wird auch gleich gespeichert, wo und wann man sich getroffen hat und anhand der Nummer werden dann auch direkt Informationen aus sozialen Netzen gezogen und ergänzt. Auf der Website der Entwickler kann man sich für einen Beta-Test vormerken, wann genau Humin dann final verfügbar sein wird, ist allerdings noch offen.

Social Media - die nächste Stufe

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