Im Social Web sorgt Print vor TV für den meisten Gesprächsstoff´. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Brandwatch. Auch interessant: Neueinsteiger Netflix platziert sich auf Anhieb unter den Top Ten.
Im Social Web sorgt Print vor TV für den meisten Gesprächsstoff´. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Brandwatch. Auch interessant: Neueinsteiger Netflix platziert sich auf Anhieb unter den Top Ten. © Foto:Netflix

Brandwatch-Studie | | von Sebastian Blum

Social Buzz: Video-Streaming schlägt Radio

Wenn die Deutschen im Social Web über Medien tratschen, ist die Gattung TV immer noch die Nummer eins. Dennoch: Auch Video-Streaming-Anbieter wie Netflix oder Amazon sorgen für immer mehr Social Buzz. Zu diesen Ergebnissen kommt Brandwatch in der zweiten Auflage seiner Analyse "Medien im Social Web". Der Monitoring-Dienst präsentierte seinen Report bei den Medientagen München.

Wie im Jahr zuvor betrachtet Brandwatch die Aktivität 15 ausgewählter Medien-Marken. In der Analyse sind seit August dieses Jahres zudem vier Streaming-Anbieter aufgeführt. Für den gesamten Zeitraum der Untersuchung zählt Brandwatch insgesamt 12 Millionen deutschsprachige Erwähnungen im Social Web sowie auf den eigenen Facebook- und Twitter-Kanälen der Marken.

Das Ergebnis des Reports: Mit der Hinzunahme der VoD-Dienste ändern sich die Gesprächsanteile. Die Sender ARD, ProSieben, RTL, Sat.1 und ZDF kamen zuvor auf 50 Prozent. Jetzt sind es nur noch 47 Prozent. Davon profitiert Print: Die ausgewählten Marken "Bild", "Der Spiegel", "Die Zeit", "FAZ" und "Süddeutsche Zeitung" können sich von 45 auf 47 Prozent steigern. Die Streaming-Dienste Amazon Instant Video, Maxdome, Netflix und Watchever kommen erstmalig auf einen Anteil von sechs Prozent. Sie schlagen damit die Gattung Radio. Auf die Sender 1Live, Antenne Bayern, Bayern 1, SWR 3 und WDR 2 entfallen in beiden Zeiträumen fünf Prozent.

 

Weitere Ergebnisse der Analyse:

  • Ein Print-Magazin sorgt für den meisten Gesprächsstoff im Social Web: Mit über 350.000 Erwähnungen sichert sich "Der Spiegel" Platz eins vor "FAZ", ZDF, ARD, ProSieben und "Süddeutsche Zeitung". Netflix, das erst später in der Analyse aufgenommen wurde, ist bereits in der Top Ten vertreten. Der Anbieter kommt auf über 50.000 Erwähnungen.

 

  • Twitter bleibt der wichtigste Kanal für Medien-Marken. Die Plattform sichert sich 52 Prozent des "Share of Buzz". Viele Tweets entfallen auf die VoD-Anbieter. Im Vergleich zum Vorjahr steigert Facebook seine Reichweite um 7 Prozent und kommt damit auf den den zweiten Platz (28 Prozent). Die News-Seiten verlieren im gleichen Zeitraum drei Prozent, mit 13 Prozent am Gesamtvolumen können sie sich jedoch immer noch vor Foren, Blogs und Videos behaupten.

  • Das Gesprächsverhalten der Medien-Nutzer spiegelt ihr Konsumverhalten: Die Diskussion über Print-Titel findet im Social Web größtenteils immer noch in den Morgenstunden und über Mittag statt. Danach flachen die Gespräche ab. TV-Marken finden über den ganzen Tag Erwähnung, der Höhepunkt liegt weiterhin um 20 Uhr Abend. Radio, das oft ein ständiger Begleiter ist, findet auf Facebook und Twitter den gesamten Tag lang Erwähnung. Bei den VoD-Diensten vereint Netflix die mit Abstand meisten Gespräche auf sich - der größte Anteil entfällt auf den frühen Abend. Laut Brandwatch ein möglicher Hinweis, dass Netflix als einziger Dienst dem typischen TV-Konsumverhalten am nächsten kommt.

 

  • Die Gattung bestimmt den Inhalt der Nutzer-Gespräche: Unterhaltungen zu Print-Titeln drehen sich vorrangig um Politik. Bei TV geht es eher um einzelne Sendungen und Shows, bei den VoD-Anbieter um Serien-Staffeln. Für Radio entfielen die meisten Nennungen übrigens auf den Hashtag #ProjectNoControlGermany. Die Nutzern wünschten sich dabei einen Song der Boy-Group One Direction.   
Social Buzz: Video-Streaming schlägt Radio

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