Social Books und Werbung bei Snapchat
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Wochenrückblick | | von Tobias Weidemann

Social Books und Werbung bei Snapchat

Die Frankfurter Buchmesse sorgte in dieser Woche für etliche Schlagzeilen: Amazon – selbst gar nicht mit einem Stand in den Frankfurter Messehallen vertreten – gibt den Takt vor und bleibt das Schreckgespenst der gesamten Branche. Das Unternehmen wird seine Buch-Flatrate Kindle Unlimited nun auch in Deutschland starten. Dabei sollen die Nutzer für einen monatlichen Betrag von 9,99 Euro Zugang zu einer Auswahl digitaler Bücher haben. Doch bei dem Abo-Modell wollen die deutschen Verlage offenbar eher zögerlich und nur mit älteren Titeln mitmischen. Ob Amazon den Dienst in die Verhandlungen um die Margen und Preise für E-Books verknüpfen kann, wie dies in den USA geschieht, ist unklar. Denn bislang herrscht bei den deutschen Verlegern vor allem die Unsicherheit darüber, ob man mit einem solchen Dienst als Verlag Geld verdienen kann.

Den Graswurzel-Ansatz fahren dagegen mal wieder Sascha Lobo und Christoph Kappes. Die stellen anlässlich der Buchmesse das E-Book-Portal Sobooks vor (steht für Social Books), eine Mischung aus E-Buchhandlung und Lese-Community, die unser Leseverhalten ändern soll. Die Bücher werden nicht nur für Tablets und als PDF zur Verfügung stehen, sondern auch in einer Web-Version mit umfangreichen Kommentarfunktionen und der Möglichkeit, Passagen in sozialen Netzwerken zu sharen (maximal 500 Zeichen). Content gibt's (neben Lobos eigenem neuen Buch) von einigen Großverlagen, die aber zunächst nur mit einzelnen Titeln am Start sind. Für die Verlage kann das Portal ein schneller Indikator sein, ob sich beispielsweise eine Veröffentlichung in gedruckter Form überhaupt lohnt. Lobo sieht Sobooks als guten Schutz gegen das Raubkopieren von E-Books, weil man dadurch nur das Buch, nicht aber die Diskussion drumherum mitbekäme. Mal abwarten, wie lange es dauert, bis Amazon auf dieses Social-Reading-Konzept aufspringt, wenn es denn hierzulande erfolgreich sein sollte.

Facebook dagegen laufen (mal wieder) die jungen Zielgruppen davon – diesmal laut einer Umfrage unter 7200 Teenagern im US-amerikanischen Raum. Von denen ist, so die Studie, nicht mal mehr jeder Zweite (Altersgruppe 13 bis 19 Jahre) regelmäßig bei Facebook. Ob deswegen aber das derzeit viel gelobte Alternativnetzwerk Ello zum nächsten großen Ding wird – unklar.

Auf Werbung setzt nun offenbar auch Snapchat. Wie The Verge berichtet, plant Snapchats CEO Evan Spiegel, in Zukunft Werbung als Teil der (Stories genannten) Fotosammlungen auszuliefern, wobei sich der Nutzer frei entscheiden können soll, ob er die Werbung anschauen oder überspringen will. Ob das Unternehmen, an dem kürzlich auch Yahoo Interesse zeigte, damit ernsthaft Umsatz machen kann?

Auf Einkaufstour ist derzeit Bertelsmann. Der Medienriese aus Gütersloh hat Anfang der Woche nicht nur die restlichen 25,1 Prozent der Anteile an Gruner + Jahr erworben (die Anteile stammen von der Jahr-Familie), sondern will laut Bloomberg auch seinen Anteil am weltgrößten Buchverlag Penguin Random House erhöhen und dadurch auch international weiter expandieren. Der 47 Prozent-Anteil von Pearson steht allerdings aus vertraglichen Gründen ohnehin erst 2015 zum Verkauf. Für Gruner + Jahr dürften die nächsten Jahre hart werde. Kreativität und Galgenhumor zeigten diese Woche immerhin die Mitarbeiter in Form eines Trauermahls (Dinner in Black #grunerundspar).

Bei anderen Unternehmen wird dagegen munter gesplittet. So plant Hewlett Packard-Chefin Meg Whitman, die PC- und Druckersparte auszugliedern und getrennt von den B-to-B-Services als eigenes Unternehmen zu betreiben. Die Aktionäre wird's freuen, für die PC-Branche ist das hingegen ein weiteres klares Zeichen: Nachdem Sony und Samsung kürzlich (vor wenigen Wochen, respektive Anfang des Jahres) angekündigt haben, den Notebook-Verkauf in Deutschland einzustellen, stehen die Zeichen für den klassischen PC eher schlecht, auch wenn die Marktforscher von IDC und Gartner gerade verkündeten, dass zumindest in Europa und den USA die Situation nicht ganz so hoffnungslos ist wie zu Jahresanfang prognostiziert. 

 

 

 

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