Sicherheit | | von Annette Mattgey

So schützen Eltern ihre Kinder im Netz

Die Hilfsorganisation Sicher stark, die sich für Kinder im Grundschulalter einsetzt, hat einen Ratgeber für Eltern herausgegeben. Damit wollen die Experten die Gefahren mindern, denen Kinder beim Chatten, Surfen und Mailen ausgesetzt sind und Cyber-Kriminellen Angriffe erschweren. Anlass für die Kinderschützer sind die Meldungen, dass Sicherheitsfirmen einen Anstieg von Spam-, Phishing-, Viren- und anderen betrügerischen E-Mails verzeichnen. Gerade Kinder seien oft überfordert mit den zahlreichen Informationen und E-Mails, meint Sicher stark.

Die acht Sicher stark-Regeln für Eltern und Kinder:

1. Immer WACHSAM bleiben: Seien Sie besonders aufmerksam, wenn in E-Mails nach persönlichen  Informationen oder Benutzernamen bzw. Passwörtern gefragt wird.  Spam-Versender und Pädophile schicken gerne Werbemails als Deckung für ihre Angriffe auf den Kinder-PC.

Die Provider fragen  niemals per E-Mail nach Passwörtern, Benutzernamen oder Kontoverbindungen. Kinder und Eltern sollten sehr vorsichtig bei E-Mails sein, die aussehen, als stammten sie von einer vertrauenswürdigen Website wie etwa www.kika.de, www.logo.de  oder  als wären sie von einem Freund/einer Freundin weitergeleitet worden. Versenden Sie auch niemals persönliche Passwörter oder Zugangsdaten per E-Mail. Sie können mitgelesen werden, wenn sie nicht verschlüsselt sind. 

2. Keine Anhänge in Mails öffnen: Wenn Sie oder Ihr Kind  eine verdächtige E-Mail erhalten, klicken Sie nicht auf enthaltene Links oder Dateianhänge. Öffnen Sie Anhänge nur, wenn Sie die Quelle für hundertprozentig vertrauenswürdig halten. Eingebettete Links in E-Mails können Sie oder Ihr Kind zu Betrugs-Webseiten führen, die sehr ähnlich oder sogar identisch wie die Originalseite, z.B. eine Kinderseite oder ein Kinderchat, wirken. Wenn Zweifel bestehen, sollte Ihr Kind  den enthaltenen Link nicht in der E-Mail anklicken, sondern seinen Kinderbrowser öffnen und die entsprechende Adresse selbst eintippen. Sie können natürlich auch das Unternehmen direkt telefonisch kontaktieren und nachfragen. 

3. Surfverhalten des Kindes überwachen:Lassen Sie Ihr Kind nicht unbeaufsichtigt im Internet surfen. Nutzen Sie Kinderbrowser und nicht Erwachsenenbrowser wie Google Chrome, Explorer, Opera, Firefox usw. Sollten Sie auf Ihrem Kinder- oder Familien-PC noch keinen Kinderbrowser installiert haben, finden sich im Internet zahlreiche Links, Informationen und Foren zum Thema. Daneben gibt es auch eine Vielzahl weiterer Kinderschutzsoftware, manche sind etwa mit Surfzeitlimit für Ihr Kind ausgestattet oder mit Altersschutzbegrenzungen.    

4. Kinder-Suchmaschinen nutzen: Wenn Sie  mit Ihrem Kind online gehen oder es alleine im Netz unterwegs ist, benutzen Sie zum Einstieg Seiten wie fragfinn.de und lassen Sie Ihr Kind nur auf altersgerechten Seiten surfen. Angebote wie www.blindekuh.de zeigen die Altersempfehlungen bei den Suchergebnissen immer direkt an. Wenn Sie für Ihr Kind eine Bestellung in einem Kindershop tätigen, überprüfen Sie, ob Sie wichtige Informationen wie Kreditkartennummern oder die Aktualisierung persönlicher Daten nur auf abgesicherten Webseiten auf einem sicheren Webserver eingeben. Sichere Seiten erkennen Sie an der Adressleiste des Browsers, wenn der Link mit "https://" statt des gewohnten "http://" beginnt. Die meisten Webbrowser zeigen zusätzlich neben der Adressleiste ein Symbol an (wie das Vorhängeschloss-Symbol beim Internet Explorer). So sehen Sie, dass Sie auf einer sicheren Seite sind.

5. Niemals E-Mail-Formulare ausfüllen: Füllen Sie niemals in E-Mails eingebettete Formulare aus, vor allem keine, in die Sie oder Ihr Kind Kennwörter, Zugangsdaten oder persönliche Informationen eintragen sollen. Am besten besuchen Sie vor der Übermittlung sensibler Informationen den Internetauftritt des Unternehmens, um sicherzustellen, dass die besuchte Webseite sicher ist.

6. Persönliche Kennwörter im Auge behalten: Überprüfen Sie regelmäßig die Richtigkeit Ihrer Kennwörter bei allen Diensten, für die Sie oder Ihr Kind sich angemeldet haben. Sollten Unstimmigkeiten auftreten, wechseln Sie sofort das Kennwort und informieren den Anbieter. Speichern Sie die Passwörter nicht auf Ihrem Familiencomputer. Es gibt kostenlose und kostenpflichtigee Passwortsafes (z.B. www.keepass.de,www.passwortsafe.de), in denen Sie die Kinderpasswörter sicher hinterlegen können. Am besten auf einen separaten Stick oder eine externe Festplatte ziehen.

7. Kind über soziale Netzwerke aufklären: E-Mails sind nicht der einzige Angriffspunkt, der von Spam-Versendern und Pädophilen  genutzt wird. Soziale Netzwerke werden mittlerweile ebenfalls zum Versenden von Links zu betrügerischen Webseiten oder anderen Angriffsarten (Trojaner auf Kindercomputern) genutzt. Zeigen Sie Ihrem Kind die „persönlichen Einstellungen“, die in jedem sozialen Netzwerk vorhanden sind. Passen Sie besonders bei Benachrichtigungen, Freundschaftsanfragen, Sicherheitshinweisen und Kommentarbenachrichtigungen auf, die per E-Mail von den jeweiligen sozialen Netzwerken an das Kind verschickt werden. Pädophile könnten diese Mails mit Links gespickt haben, sodass sogar direkt ein Download von Schadsoftware auf den Kindercomputer die Folge sein kann. Im schlimmsten Fall können dann Webcam, Drucker oder CD-Laufwerk fremdgesteuert werden. Facebook, Xing und Twitter  sind für Kinder nicht geeignet.

8. Nur mit Virenschutz ins Netz gehen: Wenn Sie Ihrem Kind einen neuen Computer, ein Netbook, iPhone, iPad,  einen Laptop oder Tablet-PC schenken, installieren Sie am besten direkt nach dem Einschalten eine gute Antiviren-Software oder ein Kindersicherheits-Komplettpaket, noch bevor das Kind mit dem Surfen anfängt. Stellen Sie immer sicher, dass die mit dem Internet verbundenen Geräte mit einer solchen Lösung ausreichend geschützt sind. Anbieter wie www.Symantec.de, www.kaspersky.de, www.avira.de, www.mcaffee.de, www.f-secure.de usw. bieten sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Programme an. Laden Sie regelmäßig die Viren- und Programmupdates herunter oder stellen Sie die Programme auf automatische Updates in den Einstellungen um. Nur so stellen Sie sicher, dass der Kindercomputer ausreichend geschützt ist.

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