Replik | | von Uli Busch

So reagiert "Emma" auf den #Emmaistfürmich-Shitstorm

... und die Medienberichterstattung: "Danke für die Werbung!", schreibt die "Emma"-Redaktion in einem Kommentar zum Shitstorm vergangene Woche. Die Aktion #Emmaistfürmich provozierte einige negative Kommentare. Nun reagiert das Frauenmagazin, das Alice Schwarzer gegründet hat.

"Darf frau gerne "Emma" lesen und das öffentlich bekunden? Oder untersagt das die Shitstorm-Polizei im Internet? Von aufschlussreichen Reaktionen. Eigentlich sollte es nur eine nette "Emma"-Abonnentinnen-Aktion sein. Jetzt gibt es Schlagzeilen bei "Spiegel", "Taz", "Meedia" etc. Danke für die Werbung!
 
"Emma ist für mich restriktiv, bevormundend und rückschrittlich", postete eine oder einer bei dem Versuch, "Emma"-Leserinnen den Mund zu verbieten. "Hat sich das Magazin überlebt?", fragt dazu das Branchenblatt W&V melodramatisch. "Offenbar fühlt sich die Zielgruppe länger nicht mehr von der Zeitschrift verstanden, wie viele der aktuellen Negativ-Kommentare zeigen." Damit meint W&V ein paar hundert Internet-Kommentare gegen 25.000 "Emma"-AbonnentInnen (plus Kiosk-KäuferInnen). 
 
Überlebt? Welches Medium in Deutschland hat auf eine so harmlose Image-Kampagne schon so fulminante Reaktionen? "Meedia": "Der Schuss ging nach hinten los!" Der "Spiegel" (mit einschlägigem Mundwinkelrunterfoto von Schwarzer): "'Emma' kriegt ordentlich was ab." "Taz": "Emanzen, die nackt tanzen." "Huffington Post": "Shitstorm über peinliche Aktion von Alice-Schwarzer-Blatt 'Emma'." "Kölner Stadtanzeiger": "Twitter-Auruf der 'Emma' löst Empörung aus." "FAS": Interviewanfrage. Etc. etc. etc.
 
Danke, liebe KollegInnen. So was nennt man eine Bomben-Werbung. Die Klicks auf www.emma.de haben sich vervielfacht – und neue LeserInnen können sich nun selbst eine Meinung machen über das angeblich so reaktionäre Heft.
 
Und wenn Sie genauer hinsehen als die ShitstormerInnen, merken sie, dass die Internet-PolizistInnen, die "Emma"-Leserinnen einschüchtern wollen, ihre Meinung über "Emma" zu sagen, ganz einfach unsere politischen GegnerInnen sind: Sie sind pro Prostitution ("sex-positiv" nennen sie das) und pro Burka. Ja, Burka! Das Kopftuch genügt denen nicht mehr (So antwortete z.B. die Internetfeministin Wizorek auf die Frage des "Stern" nach ihrer Haltung zur Burka: "Ich finde es immer sehr schwierig, wenn westliche Feministinnen ihre Vorstellung von Befreiung auf Frauen übertragen, von deren Lebensrealität sie wenig wissen … Kleidungsstücke sind eigentlich nicht der Punkt.")
 
Wir wollen gerne glauben, dass Wizorek wenig weiß. Wer "Emma" liest, weiß mehr.
 
Vielleicht sollten diese so genannten "Jungfeministinnen" einfach mal öfter sagen, was sie denken und tun. Statt sich quasi ausschließlich und immer wieder über die Abgrenzung von "Emma" & Alice bei den Medien anzubiedern. Ob nun wie einst als Girlies oder Alphamädchen, oder wie jetzt als "Jungfeministinnen". Denn es fängt an, öde zu werden. Sehr öde. Und wird sehr bald auch schon wieder von gestern sein. Aber dann wird man sich immer noch über "Emma" aufregen. Warum wohl?
 
Den Vogel schoss übrigens die "Taz" ab. Mal wieder. Da findet eine gewisse Margarete Stokowski "Emmas" Pro & Kontra zu der Frage, ob Beyoncé und Miley Cyrus nun eigentlich unter "Emanze oder Schlampe" einzuordnen sind, "rassistisch". Denn, so die "Taz": "Wäre 'Emma' auf dem neuesten Stand feministischer Diskussionen, wüsste sie, dass es Schlaueres gibt, als wenn weiße Frauen women of color sagen, wie sie mit ihrem Körper umzugehen haben."

Wow. Es darf in einem Pro & Contra also zwar über die Selbstdarstellung von Miley Cyrus debattiert werden, aber nicht über die von Beyoncé – weil die nicht weiß ist? Und das ist der neueste Stand? Dann ist "Emma" gerne auf dem alten Stand und denkt noch selber. Und sie denkt sich: Das nennt man Philorassismus, wenn ein schwarzer Mensch wegen seiner Hautfarbe anders behandelt werden soll als ein weißer.
 
Und übrigens, liebe "Jungfeministinnen": Das "Emma"-Team ist im Schnitt jünger als ihr alle zusammen. Und das nicht nur nach Jahren." (aus der Redaktion von "Emma")

So reagiert "Emma" auf den #Emmaistfürmich-Shitstorm

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