Facebook | | von Irmela Schwab

Shares statt Likes: Firmen setzen auf Qualität statt Quantität

Nach Jahren des Facebook-Hypes sinken Spaß und Reichweite. Nicht nur, dass sich junge User offenbar lieber mit anderen coolen Plattformen wie den Messenger-Apps beschäftigen. Auch die organische Reichweite von Brand-Posts ist gesunken. Unternehmen halten nun plötzlich inne und fragen sich, was vom Hype übrig bleibt.

Die Antwort fällt nüchtern aus: Ja, Facebook bleibt wichtig, doch künftig steht die Qualität über der Quantität. Anstatt also aktionistisch Fans hinterherzujagen, von denen sowieso oftmals viele Fake sind, stellen viele fest, dass weniger mehr ist. Wie so oft im Leben, und übrigens auch, was die Big Data-Debatte anbelangt, wo die Parole nun Smart Data statt Big Data lautet.

Das Nonplusultra bei der Erfolgsmessung eines Posts sind parallel zur neuen Post-Hype-Strategie nicht länger die Anzahl der Likes. Unternehmen wollen lieber einige wenige Posts verbreiten, die dann für ihre angestammte Fangemeinde so relevant sind, dass sie von den Fans unter den Freunden und Freundesfreunden weitergeteilt werden.

Der Hintergrund für den Sinneswandel liegt darin, dass Social Media nicht zu dem Ergebnis geführt, das sich viele Markenstrategen erhofft haben. Einer Gallup-Umfrage zufolge, die in einem Bericht der US-Ausgabe des "Wall Street Journal" angeführt wird, geben 62 Prozent von gut 18.000 befragten Konsumenten an, sich durch Social Media nicht in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen lassen. Nur 30 Prozent sagen, dass die sozialen Plattformen teilweise dazu beitragen, bestimmte Produkte und Marken zu kaufen (Bild).

Laut Bericht ist das Hotel Ritz-Carlton eines der Unternehmen, die diesen neuen Weg verfolgen. Kommentare rund um ihre Brand werden viel stärker als zuvor ausgewertet und dazu genutzt, den allgemeinen Gesamtauftritt der Hotelkette zu verbessern, heißt es. Ähnlich geht in den USA, so das WSJ, auch Broadcaster ABC vor, dessen hohe Fananzahl von aktuell 4,5 Millionen für die Markenverantwortlichen weiterhin wichtig ist. So hat die Facebook-Seite "Dancing with the Stars" 5,2 Millionen Likes. Wie Ben Blatt, Executive Director of Digital Strategy der Zeitung sagt, sei eine große Fan-Base nützlich um die Beliebtheit von Themen oder Episoden zu erforschen.

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