Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Sexvorlieben, Browser-Tracking und Google Kaufen

Wenig Freunde hat sich diese Woche die Kontakt- und Sexbörse AdultFriendFinder gemacht. Millionen Nutzerdaten wurden gehackt und waren öffentlich im Netz zugänglich – darunter auch Daten von Regierungsbehörden und Militärs. Dass diese "öffentliche" Datenanalyse nicht zum Nutzen der User ist, müssen wir nicht diskutieren.

Doch wie sieht es bei einem Browser wie Firefox aus, der immer brav mitprotokolliert, welche (Sex)Seiten man sich spätnachts noch reingezogen hat? Wohl oder Wehe - Firefox schaut in Zukunft jedenfalls genauer hin, über welche Seiten seine Nutzer spazieren und speichert das in Form von Interessen ab. Wer häufig bei Apple vorbeischaut wird als "interessiert an Technologie" markiert. Wer häufig auf... na, lassen wir das. Firefox kann damit entsprechende Werbung einblenden - ob anzüglich oder jugendfrei hat dann jeder slbst in der Hand.

Auch Facebook schaut genau hin – dem Empfinden von Datenschützern zufolge zu genau. Streitpunkt sind die externen Like- und Share-Knöpfe auf Drittanbieter-Seiten. Darüber erfasst Facebook auch Daten von Usern, die dieser Erfassung gar nicht zugestimmt haben. Und analysiert munter, wer wo im Netz nach einer Abenteuerreise sucht, ein Konzertticket kauft oder nach einem neuen kleinen Schwarzen sucht. Die Verbraucherzentrale NRW hat sechs Unternehmen abgemahnt. Ganz im Sinne der Kundenberuhigung haben das Hotelportal HRS und der Tickethändler Eventim inzwischen Unterlassungserklärungen veröffentlicht. Schließlich will man ja nicht das Vertrauen einbüßen wie die Kunden von AdultFriendFinder.

Google hat solche Mechanismen nicht nötig – weiß der Konzern doch eh alles über die Interessen seiner Netzgemeinde. Und das soll auf neue Weise monetarisiert werden – mit Google Kaufen. Google will in Zukunft Kauf-Buttons in seine Suchlisten einbinden. Die Kommerz-Knöpfe werden in den gesponsorten Shopping-Anzeigen platziert, sodass der Suchende direkt den Kauf aus der Suche heraus abschließen kann. Neben Geld für die Werbeanzeigen könnte Google auf seiner Haben-Seite damit auch noch ein paar Prozent vom Verkauf hinzufügen. Eine Win-Win-Situation für Anbieter und noch mehr für Google.

Die Woche aus Social Media Sicht fasst der W&V Viralanzeiger zusammen: Der Hashtag #einBuchfürKai bewegte erst die Herzen und dann die Amazon-Charts. Außerdem: Jamie Fox, Taylor Swift und ein außergewöhnliches Model.

Sexvorlieben, Browser-Tracking und Google Kaufen

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht