Kampagne | | von Annette Mattgey

Schwere Schelte für Dove: User fordern Rückzug aus FacebookAds

Momentan schaltet Unilever auf stur: Der Konzern wird weiterhin bei Facebook Anzeigen schalten, auch wenn sie möglicherweise in einem frauenverachtenden Umfeld erscheinen. "Da Facebook Ads auf Menschen zielt, nicht auf Seiten, können wir nicht auswählen, auf welchen Seiten unsere Anzeigen stehen", heißt es aus dem Unternehmen. Am Dienstag hatten sich Frauenrechtsaktivistinnen in einem offenen Brief in der Huffington Post unter anderem an Werbungtreibende gewandt und sie aufgefordert, solange keine Anzeigen mehr bei Facebook zu schalten, bis Seiten, die Gewalt gegen Frauen verharmlosen, gebannt werden. Darunter fallen etwa Titel wie "Fly Kicking Sluts in the Uterus", "Violently Raping Your Friend Just for Laughs" und "Raping your Girlfriend". Inzwischen gibt es auch eine deutsche Version des Blog-Beitrags. Angesprochen waren Unternehmen wie American Express, Dove, Pringles, Nissan, J Street, WestHost und Candypolis. Nissan hat sich daraufhin entschlossen, vorerst keine Facebook-Werbung mehr zu schalten.

Hauptadressat der drei Urheberinnen des Aufrufs bleibt aber Facebook. Sie erwarten, dass das soziale Netzwerk "Inhalte, die Gewalt gegen Mädchen und Frauen verharmlost oder verherrlicht als Hassreden anerkennt" und diese entfernt. Das entspricht durchaus dem Anspruch, den Facebook an sich selbst stellt. Ausdrücklich formuliert das Netzwerk in seinen Standards, was erlaubt ist und was nicht. Verbotene Inhalte sind etwa die "Bedrohung der öffentlichen Sicherheit" und "Hassreden". Wer Verstöße entdeckt, kann jederzeit auffällige Inhalte melden. Das zeigt ein ausführlicher Leitfaden. Und mit dem Löschen ist Facebook nicht pingelig. Auch Bilder stillender Mütter fielen schon der Zensur zum Opfer, ebenso wie der Penis auf dem Zeit Magazin-Cover.

Ein Hashtag begleitet die Diskussion: Allein in den ersten 48 Stunden gingen 16.000 Tweets unter #FBRape ein. Schlecht fürs Imgae sind insbesondere die Bilder, die fleißig getwittert werden und Dove-Werbung in unangemessener Umgebung zeigen:

 

Schwere Schelte für Dove: User fordern Rückzug aus FacebookAds

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