Dmexco 2012 | | von Annette Mattgey

Relaunch: Myspace kehrt zur Musik zurück

Totgesagte leben länger: Das gilt auch für Myspace. Glaubt man Steffen Hopf, dem Country Manager Germany bei Specific Media, dem Betreiber von Myspace, dann steht dem Musikportal eine rosige Zukunft ins Haus. Wie der Manager im Vorfeld der Dmexco im LEAD digital-Interview ankündigte, werde man in absehbarer Zeit ein völlig neues Portal präsentieren. Geplant sei ein komplett neu aufgesetztes System mit neuem Look & Feel, nicht nur ein Relaunch. „Das Myspace, wie Sie es kennen, ist ein Auslaufmodell. Wir planen derzeit einen komplett neuen Auftritt, der sich auf die Fahnen geschrieben hat ‚Simplicity, Elegance und Design‘.“

Myspace war Mitte der Nullerjahre das wohl angesagteste soziale Netzwerk, noch bevor Facebook seinen weltweiten Siegeszug antrat. Rupert Murdoch ließ sich die Plattform damals 580 Millionen Dollar kosten und verkaufte sie fünf Jahre später an Specific Media und den Popstar Justin Timberlake – für gerade einmal 35 Millionen. Denn zwischenzeitlich spielt Myspace maximal noch als Vorgruppe mit, während andere Social-Media-Portale das Programm auf der Hauptbühne bestreiten.

Steffen Hopf will nun den Turnaround schaffen und sieht die Unternehmensstrategie der Vergangenheit durchaus kritisch: „Der Fokus ging in den letzten Jahren etwas verloren. Man hat versucht, aus Myspace eine allgemeine Entertainment-Plattform zu machen. Das hat nicht funktioniert, das wissen wir alle.“ Nun habe man sich dagegen auf die Fahnen geschrieben, den Fokus wieder mehr auf Musik zu legen. „Wir wollen eine Plattform für Künstler und Bands, um sich mit den Fans zu connecten. Die Fans sollen so einfach und schnell neue Musik entdecken.“ Neue Künstler und neue Musik zu entdecken, sei dabei das wichtigste Ziel: „Ich gehe in erster Linie nicht zu Myspace, um mir die Künstler der Major-Label anzuhören oder anzuschauen.“ Aktuell befinde man sich noch in der geschlossenen Beta-Phase für Mitarbeiter, plane dann eine Beta-Version für Partner, Influencer und Künstler.

Als Konkurrent von Facebook sehe Myspace sich dabei nicht mehr, sondern eher als Vertical Network zu einem bestimmten homogenen Thema, nämlich Musik. Facebook dagegen sei das allumfassende Netzwerk für alle Altersgruppen, so Hopf. Man arbeite daher mit dem Facebook-Anmeldemechanismus. „Das war ein großer Paradigmenwechsel, weil Facebook und Myspace ja immer große Konkurrenten waren. Heute sind wir eine Social Community, die sich als Leuchtturm für die Creative Community versteht.“ Myspace wird in der neuen Form nicht nur auf dem PC verfügbar sein, sondern auch mit einer TV-Variante und einer Mobile-Version unterschiedliche Endgeräteklassen ansprechen.

Doch Specific Media hat zur Dmexco noch weitere Neuerungen außerhalb seines Key-Products im Gepäck. „Wir werden hier etwas vorstellen, dass es so unseren Recherchen nach noch nicht gibt: die Möglichkeit, Bewegtbild und Multiscreen miteinander zu verbinden und damit dem Advertiser ein Ad-Management-Produkt zur Verfügung zu stellen, das die beiden Trendthemen Bewegtbild und Multiscreen miteinander verbindet.“ Dabei geht es um eine einheitliche medienübergreifende Plattform, die die Planung und den Einkauf unterschiedlicher Werbeformen ermöglicht, aber auch deren Einbuchung, Auslieferung und Reporting. Ziel ist es, für Agenturen und Kunden möglichst einfache Reporting- und Bewertungsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben. Hier werde bislang mit Hilfe langer Excel-Listen aufwendig darüber entschieden, wie erfolgreich eine Kampagne war und wie bestimmte Teile zu bewerten seien. „Das neue Produkt, was wir vorstellen, basiert auf einer anderen Annahme, wie Zielgruppen zusammengesetzt werden.“ Details verrät Steffen Hopf auf der Dmexco in seinem Vortrag „Trends im Online-Advertising: Von Smart TVs und smarter Video-Werbung“ (Donnerstag, 13.9.12 um 14 Uhr).

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