Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Redaktioneller Video-Content auf Snapchat und Wall Street Journal, Install-Ads auf Facebook

Über viele Jahre lang haben sich die Konsumenten daran gewöhnt, Nachrichten kostenlos im Netz abzurufen. Blogs haben einen Teil der Berichterstattung übernommen – ebenfalls gratis. Und das kommt an beim Konsumenten. Nicht von ungefähr erlebt Content Marketing einen Boom. Nun will auch noch Snapchat eigene Inhalte anbieten und hat dazu den CNN-Politikberichterstatter Peter Hamby zum Chefredakteur einer eigenen Redaktion gemacht. Snapchat ist bei den 18-34-Jährigen die drittbeliebteste Social-Media-App – hinter Facebook und Instagram. Und auch bei Werbern entsprechend beliebt. Das Wall Street Journal wiederum leistet sich eine Videoredaktion: 40 Mann sollen jeden Monat 150 Videos veröffentlichen, um den Leser bzw. Zuschauer bei der Stange zu halten.

Dass Content kein Ramsch sein darf, weiß auch der Internet-Gigant Google. Schließlich baut sein Geschäftsmodell darauf auf, Content anderer anzubieten. Nun haben Google und acht große Zeitungsverlage in Europa die Digital News Initiative (DNI) gestartet. Zu den Gründungspartnern in Deutschland gehören die FAZ und Die Zeit. Die Partnerschaft verfolgt das Ziel, guten Journalismus in Europa durch Technologie und Innovation zu fördern. Geplant ist eine Ausweitung des Partnerprogramms auf weitere Organisationen in Europa.

In den USA machte diese Woche Hulu von sich reden. Hulu tritt in die Fußstapfen von Tumblr und Buzzfeed und bietet Werbekunden gemeinsame Content-Produktion an. "Story-esque commercials" heißt das Zauberwort. Das (er)neu(erte) Produkt für Werbetreibende nennt sich Custom Integrated Commercials. Hier erstellen große Marken und Hulu zusammen ein co-gebrandetes Video, das dann auf der amerikanischen Videodatenbankseite Hulu ausgespielt wird.

Und Facebook - immer für eine Überraschung gut - hat ebenfalls einen Weg gefunden, aus seinem Video-Content - rund 4 Milliarden Videos täglich - weiteren Gewinn zu ziehen: Facebook launcht Install-Ads für Spiele und Apps auf Desktop. Ausgewählte Partner sollen die passenden Anzeigen kreieren.

Aus Marketer-Sicht ist in dieser Woche auch die Kooperation zweier Schwergewichte bemerkenswert. Adobe, die in dieser Woche ihren alljährlichen Summit in London veranstaltet haben, integriert Produkte von Microsoft. Damit schaffen sie die Grundlagen für "Big Data". Denn vor das Auswerten von Daten hat der Werbe-Gott erstmal das Sammeln gestellt.

Content ist also wirklich King! Aber bitte mit Anspruch. Das zeigen die Nominierungen für den alljährlichen Grimme Online Award. So ist bispielsweise die Sendung mit der Maus vertreten - seit Jahrzehnten ein gutes Beispiel für spannendes Storytelling.

Redaktioneller Video-Content auf Snapchat und Wall Street Journal, Install-Ads auf Facebook

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