LEAD digital vor Ort | | von Tobias Weidemann

Re:publica 2012 startet in Berlin

Zum sechsten Mal findet die Re:publica in diesem Jahr statt, erstmalig auf dem ehemaligen Kreuzberger Postbahnhof, der „Station“. Drei Tage mit rund 200 Veranstaltungen auf insgesamt acht verschiedene Bühnen und 20.000 qm Fläche stehen an. 4000 Besucher erwarten die Veranstalter, alles ist in diesem Jahr noch etwas größer geworden. Geändert hat sich zwar die Location, ein aus den Vorjahren bekanntes Phänomen wiederholt sich jedoch: Das WLAN-Netz ist zusammengebrochen, so müssen die Netzaktivisten mit den Offline-Kontakten vorlieb nehmen. "Act!on" ist in diesem Jahr das Motto der Konferenz - und LEAD digital ist für Sie in den kommenden Tagen live dabei. „Die Re:pulica ist keine Marketingveranstaltung mit dem üblichen Anteil an Produktpräsentationen und Verkaufsgesprächen“ erklären die Veranstalter. „Sie ist eine hochwertige Konferenz mit Festivalcharakter, auf der sich Communities, Vordenker, Netzaktivisten und etablierte Organisationen zum Ideen- und Erfahrungsaustausch alljährlich begegnen.“

Die Re:Publica zu beschreiben ist gar nicht so einfach: Der Begriff Bloggertreffen wäre ebenso unpassend wie Konferenz. Es handelt sich vielmehr um eine bunte Mischung von Leuten, die sich mit dem Internet in allen seinen Ausprägungen beschäftigen – zwischen Bloggern und Studenten finden sich viele Leute, die mit dem Netz ihr Geld verdienen oder es mehr oder weniger erfolgreich versuchen. Von Startups und Projekten ist oft die Rede, oft sind es wohl auch eher Ideen und Konzepte, über die man sich austauscht.

Obwohl die Veranstaltung inzwischen eine Größe erreicht hat, die hierzulande ihresgleichen sucht, hat das Treffen immer noch etwas Familiäres, Unkompliziertes behalten. Für Netzwerken und Kennenlernen bleibt immer noch Zeit, man kommt ins Gespräch, tauscht sich über Sachthemen aus. Die Zahl der Notebooks, Tablets und Smartphones scheint noch höher als die der Besucher und die WLAN-Logistik stößt zuweilen an ihre Grenzen. Einige sind scheinbar insbesondere während der Panels permanent damit beschäftigt, die Netzwelt an ihren Gedanken teilhaben zu lassen. Dazu ermuntert etwa auch Nico Lumma in seiner Gebrauchsanleitung für die Re:publica - was er aber ausdrücklich als ironisch verstanden wissen will.   

Zu den wichtigsten Themengebieten, die sich als Leitmotiv durch das diesjährige Programm ziehen, zählen immer noch die Vermarktung von Projekten im Netz und das Kämpfen um die Aufmerksamkeit der Netzöffentlichkeit. Aber auch die aktuelle Debatte um eine Reform und zeitgemäße Auslegung des Urheberrechts spielt eine wichtige Rolle, ebenso die internationale Netzpolitik und die Rolle der Blogs bei den politischen Veränderungen in den nordafrikanischen Staaten. Für alle Daheimgebliebenen gibt es einen Großteil der Sessions als Livestream und zum späteren Nachholen im Archiv.

Re:publica 2012 startet in Berlin

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