Krisen-Kommunikation | | von Mike Schnoor

PR-Mann Klempert: "Shitstorms sind Folklore für ein gelangweiltes Publikum"

Beim Thema Krisen-Management kann man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. "Eine gute Reputation schützt nicht vor Krisen, sie erhöht vor allem die Fallhöhe", warnt Arne Klempert, Director Digital bei der Kommunikationsberatung FleishmanHillard. Ob Social Media bei der Schadensbekämpfung nützt, erzählt er anlässlich des KrisenPRCamps im Interview mit LEAD digital-Blogger Mike Schnoor.

Können sich Kommunikatoren heutzutage noch auf einen Krisenfall vorbereiten?

Unbedingt. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass das Thema im Unternehmen ernst genommen wird und sich die Entscheider über die möglichen Schäden bewusst sind. Oft herrscht der Irrglaube, dass Unternehmen mit guter Reputation und ohne regelmäßige Shitstörmchen weniger anfällig sind und sich deshalb weniger gewissenhaft vorbereiten müssen. Das Gegenteil ist der Fall: Eine gute Reputation schützt nicht vor Krisen, sie erhöht vor allem die Fallhöhe.

Wie anfällig für Kommunikationskrisen sind Unternehmen heute? Wie hat sich diese Situation durch den digitalen Dialog verändert?

Durch die digitale Kommunikation müssen sich heute mehr Unternehmen Gedanken über Krisenkommunikation machen. Früher waren vor allem die 'üblichen Verdächtigen' betroffen – bekannte Marken, große Unternehmen mit eher klassischen Szenarien. Durch den gestiegenen Grad der Vernetzung kann es heute jeden treffen. Auch vermeintlich nebensächliche Themen oder wenig bekannte Unternehmen finden heute einen ausreichenden Resonanzraum, in dem sich Issues gefährlich hochschaukeln können.

Kurzlebiger Shitstorm oder langfristige Reputationskrise – wie kann man ein beschädigtes Markenimage wieder aus dem Sumpf ziehen? Welche Maßnahmen sind in der Krisenkommunikation besonders hilfreich?

Die allermeisten Shitstorms sind doch eher Folklore für ein gelangweiltes Publikum als ernsthafte Kommunikationskrise. Sie sind Strohfeuer ohne spürbare Auswirkungen auf die Reputation. Wenn sie wiederholt auftreten, können Sie Anzeichen für eine beschädigte Reputation sein, die Ursache dafür sind sie in aller Regel nicht. Als Entwarnung darf das aber nicht missverstanden werden. Denn gerade im digitalen Raum erfordert die Einschätzung und die Reaktion auf mögliche Krisen viel Erfahrung und das richtige Handwerkszeug. Da haben sowohl das Community-Management als auch die alten Haudegen der Krisen-PR noch viel Nachhol- und gemeinsamen Gesprächsbedarf.

Das vollständige Interview mit Arne Klempert lesen Sie hier im Blog zum KrisenPRCamp in Köln, das am Freitag, 11. April 2014, startet. Es ist das erste BarCamp rund um Krisenkommunikation und wird von Stefan Evertz und LEAD digital-Blogger Mike Schnoor organisiert. In einer Interview-Reihe haben sie sich vorab mit Experten zum Thema Krisen-PR unterhalten, darunter etwa Martina Seidel, Abteilungsleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei den Barmenia Versicherungen.

PR-Mann Klempert: "Shitstorms sind Folklore für ein gelangweiltes Publikum"

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