Interview | | von Franziska Mozart

Peers Stinkefinger-Tumblr: "Ein Mega-Hype ohne einen Cent Mediabudget"

Für die politischen Gegner war das Stinkefinger-Foto aus dem Interview ohne Worte, das das "SZ Magazin" mit Peer Steinbrück geführt hat, gefundenes Fressen. Auch das Social Web hat mit dem Tumblr-Blog "Wo Peer seine Finger drin hat" seinen Spaß. Jetzt meldet sich die Agentur Denkwerk zu Wort und gibt sich als dessen Urheber zu erkennen. Patric Schäfer, Creative Director bei Denkwerk, erklärt im Gespräch mit W&V Online, was die Aktion der Agentur gebracht hat.

Herr Schäfer, Denkwerk meldet sich jetzt als Macher von http://wopeerseinefingerdrinhat.tumblr.com/. Warum erst jetzt?

Nachdem wir Donnerstagnacht die Idee hatten und den Tumblr aufsetzten, haben wir zunächst die Reaktionen abgewartet. Als wir am nächsten Tag gesehen haben, welches Ausmaß unsere Aktion erreicht hat, waren wir der Meinung, dass dies ein wunderbares Beispiel ist für unser Dmexco Seminar "Be brave, think small". In dem Vortrag geht es darum, mit einer kleinen Idee und einer großen Portion Mut viel zu bewegen.

Was hat die Agentur von dem Tumblr-Blog?

Wir waren am Samstag auf der Titelseite der "Bild" (12,6 Mio. Leser), am Freitagabend in der "Tagesschau", den "Tagesthemen", auf "RTL", "WDR", "SWR" etc. Digitale Nachrichtenmagazine und Tageszeitungen berichteten. Für Denkwerk (ob in Köln oder Berlin) ist dies ein großartiger Case, um zu zeigen, wie Viralität funktioniert.

Wann würden Sie einen ähnlichen Blog einem Kunden empfehlen?

Dann, wenn es Sinn macht für den Auftraggeber. Und wenn wir mit dieser Plattform die Menschen erreichen, die wir erreichen wollen.

Was kann man damit erreichen?

In diesem Fall war es ein Mega-Hype. Wir hatten allein bis Freitag über 250.000 Besucher auf unserem Blog. Ohne auch nur einen Cent Mediabudget. Außerdem wurden Nutzer selber aktiv und stellten Motive ein. Vor allem aber wurden wir in der internationalen Presse erwähnt, die davon begeistert berichtete und festhielt, dass Deutschland seinen Humor wiedergefunden hat. Das ist doch schon sehr viel! 

Tumblr-Hypes entstehen momentan ziemlich schnell, sind aber oft auch schnell wieder vorbei. Die Herangehensweise ist aber meist eine ähnliche: Ein aktuelles Thema wird per Fotomontage aufgegriffen und humorvoll weitergesponnen. Hat sich diese Mechanik nicht irgendwann abgenutzt?

Ja, das mag sein. Aber es hat doch prima funktioniert. Es geht nicht darum, immer das Neuste machen zu wollen und das dann aber eher schlecht als recht. Warum nicht Dinge nutzen, so wie man sie braucht? Hauptsache, sie erreichen etwas – und dabei gilt für uns die Prämisse: be brave, think small und in diesem Fall auch be fast!

Peers Stinkefinger-Tumblr: "Ein Mega-Hype ohne einen Cent Mediabudget"

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