Frankreich | | von Annette Mattgey

Online-Unternehmer setzen Francois Hollande mit Social Media-Kampagne zu

Während Deutschlands Start-Up-Unternehmer sich an die herkömmlichen Gepflogenheiten des Lobbyismus halten, haben Frankreichs Gründer ein neues Kampagnen-Werkzeug entwickelt: Den Facebook-Protest gegen die Steuerpläne der Regierung von Francois Hollande. Und das mit Erfolg. Der Initiative Les Pigeons sind mittlerweile mehr als 50.000 Menschen virtuell beigetreten. In Deutschland wird gerade um die Steuerbefreiung ausländischer Investoren gerungen. Proteste formulierten etwa der Branchenverband Bitkom und die Initiative D64. Um ihre Empörung zu dokumentieren überreichten sie kürzlich ein Manifest an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler.

In Frankreich formiert sich der Widerstand gegen die sozialistischen Steuerpläne viral. In Windeseile haben sich die Gegner unter dem Label "Les Pigeons: mouvement de défense des entrepreneurs français" zusammengefunden. Mit "Pigeons" bezeichnen die Franzosen nicht nur Tauben, sondern es ist auch ein Slang-Wort für "Gelackmeierte". Hollande will die Reichen mit bis zu 75 Prozent besteuern. Auch die Großunternehmen sollen mehr zahlen.

Die Initatoren der Facebook-Seite Le Pigeons sind Internet-Unternehmer, die sich gegen den von Hollande vorgeschlagenen Etat für 2013 wehren. Sie regt besonders der Plan auf, künftig Kapitaleinkünfte genauso zu besteuern wie Löhne und Gehälter. Jean-David Chamboredon, Vorstandsvorsitzender des Venture Capitalist ISAI (an dem u.a. Bertelsmann beteiligt ist) und Chef des Lobby-Gruppe France Digitale, fürchtet, dass dadurch die Grenzsteuersätze von derzeit 32 Prozent auf über 60 Prozent ansteigen. Das schrecke Investoren und Gründer ab. Die Maßnahme führe zu einer "fast schon sadistischen Demotiviation", heißt es von Les Pigeons. 

Der Facebook-Auftritt hat bis jetzt mehr als 52.600 Likes erhalten. Auf Twitter kann man der Initative unter dem Hashtag #defensepigeons folgen. Auch die Tages- und Wirtschaftsmedien springen jetzt auf den Protest-Zug auf. Chamboredon fürchtet, dass sich Business Angels und Investoren nun Ländern mit niedrigeren Steuern wie Belgien und Großbritannien zuwenden. Die Kampagne habe jedoch ein Gutes: "Sie zeigt, dass es eine Menge junge Leute in Frankreich gibt, die Unternehmer sein wollen." Les Pigeons wollen ihren Cyber-Widerstand durchhalten: " Wir glauben an die Kraft sozialer Medien... und sind überzeugt, dass diese Mobilisierung die Regierung überzeugt, dass sie sich das falsche Ziel ausgesucht hat, indem sie Unternehmer angreift."

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