Nur Authentizität trifft ins Herz
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Nur Authentizität trifft ins Herz

Seit den Anfängen des Internet wird es gepredigt: Authentizität ist wichtiger als eine verschnörkelte Werbebotschaft. Doch wie viele Werber setzen diese Wahrheit gerne um? Ein positives Beispiel ist die neue Axe-Werbung. Authentisch heißt im Falle von Männer-Deo: Zeige Männer ohne Sixpack, dafür mit 6  kg Speck zu viel und zum Gewichtsausgleich leicht schütterem Haar. Solche Männer in Szene gesetzt und nur auf Social Media verbreitet – das reicht ja fürs Branding – sind dufte! Das lassen zumindest die 1,5 Millionen mal gesehenen Videos und der 7.000 Mal genutzte Hashtag #YouGottaDry vermuten.

Ebenfalls top-authentisch ist die neue Werbekampagne von Pepsi zur Euro 2016. Volleyschuss heißt die hypnotische Erfolgsformel, ein 360-Grad-Video ist das Mittel, um die richtigen Emotionen zu transportieren. Und bei welchem Fußballfan schlägt nicht das Herz ein paar Takte schneller, wenn Mario Götze oder Thomas Müller kunstvoll den Ball aufnehmen und ins Tor befördern? Im Clip setzt Pepsi allerdings auf Fußball-Freestyler und Parcour-Talente, die die Bälle jedoch nicht weniger überzeugend im Tor platzieren.

Weniger glaubwürdig dürfte diese Botschaft aus einer Apple-Pressmitteilung rüberkommen: "Wir engagieren uns sehr stark für die Städte, in denen wir arbeiten und sind uns der Bedeutung, die Architektur für eine Gemeinde hat, bewusst"? Wer hat’s gesagt? Jony Ive, Chief Design Officer von Apple anlässlich der Neueröffnung des Apple Stores am Union Square in San Francisco am 21. Mai 2016. "Es beginnt alles mit der Fassade des Stores, in der wir Transparenz auf ein ganz neues Level heben und sich das Innere des Gebäudes ins Äußere fügt, Barrieren bricht und es damit egalitärer und zugänglicher macht." Begriffe wie Transparenz, egalitär und soziales Engagement sind nicht gerade das, was man mit Apple verbindet. War Apple nicht der Auftraggeber, der indirekt zu einigen Selbstmorden in chinesischen Chipfabriken beitrug? Und ist Apple nicht der Hüter des App Stores, in dem Apps verschwinden, ohne dass man weiß, warum? Beispielsweise Apps, die zeigen, ob Ihr iPhone gerade gehackt wurde. Apple, vielleicht solltest du noch mal über das Thema Authentizität nachdenken.

Das Thema Glaubwürdigkeit kann einem die neue Software-Lösung von Adobe – Adobe Spark – nicht abnehmen. Beim Storytelling leistet Adobe Spark dagegen wertvolle Hilfe. Die Software baut nämlich Bilder, Text, Animation, Video und Musik mit einfachen Mitteln zu visuell ansprechenden Präsentationen zusammen. Spark Post ist anschließend beim Posting der Fotos und klugen Sprüche auf Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und anderen sozialen Netzwerken behilflich. SAP wiederum steht Werbern beim programmatischen Mediaeinkauf zur Seite: SAP Exchange Media (SAP XM), ein auf SAP HANA basierendes integriertes Online-Media-Netzwerk, verbindet Werbetreibende und Publisher direkt in der Cloud. Den Schaden haben Zwischenhändler und Mediaagenturen. Nutznießer sind SAP-Kunden, für die die Werbebuchung in Zukunft schneller und einfacher werden soll.

Einfacher bzw. einfach schöner werden soll das Leben mit Googles mobilem Virtual-Reality-System Daydream. Nachdem Googles Billigvariante Cardboard nicht so richtig überzeugen konnte, orientiert sich Google jetzt am Platzhirsch Oculus Rift und reichert das System um einen Controller an. Der soll die VR-Welt viel besser steuern – was vor allem Sales-Leute freuen dürfte, die bislang ihre Kunden hilflos in der Luft herumfuchteln sahen, wenn diese virtuell ein Auto ausprobierten. Ein Controller wie ein Lenkrad wäre da sicher ein Fortschritt. Und auch im trauten Heim zieht Google ein: Google Home soll wie Amazon Echo der Hausdiener werden, Fragen beantworten, Musik abspielen und Online-Bestellungen entgegennehmen. Wunderbare Nachrichten für Werbetreibende, wie wir finden. Vorausgesetzt, die Werbebotschaften sind schnörkellos authentisch.

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