Mehr Pep fürs Corporate Blog
© Foto:Dorothee Elfring

Meike Leopold | | von Meike Leopold

Mehr Pep fürs Corporate Blog

Blogging ist das effektivste Content-Marketing-Instrument. Das sagen 75 Prozent der Teilnehmer einer aktuellen europaweiten Studie von Hubspot und Smart Insights.

B2B-Firmen verkennen Potenzial von Blogs

Die Frage ist: Warum führen Blogs dennoch ein Nischendasein im Kommunikationsmix von Unternehmen in Deutschland? Warum werden soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder der Newcomer Snapchat einem Corporate Blog vorgezogen?

Sie sagen jetzt vielleicht: Kommt doch auf die Zielgruppe an! Völlig richtig.

Doch spätestens in der Geschäftskundenkommunikation gelangen diese Kanäle schnell an ihre Grenzen. Deshalb werben viele B2B-Anbieter dort lieber um neue Mitarbeiter, als ihre Produkte oder Dienstleistungen anzupreisen. Ausnahmen wie Liebherr bestätigen die Regel.  

Warum also kein Unternehmensblog? Besonders für B2B-Anbieter bieten Blogs die Chance, mit relevanten, unterhaltsam verpackten Inhalten auf hohem Niveau ihre Sichtbarkeit zu erhöhen – ob bei den Kunden oder in den Suchmaschinen. Durch das Bloggen entsteht darüber hinaus wertvolles "Futter" für das Storytelling im Social Web. Denn ohne Content geht es schließlich nicht.

Ein Unternehmensblog ist allerdings nicht automatisch ein Allheilmittel. Das wurde auch beim diesjährigen Deutschen Preis für Onlinekommunikation (#dpok) in der Kategorie "Unternehmensblog" deutlich.

Vielen Unternehmensblogs mangelt es an Konsequenz und Biss

Zwar machen die Unternehmen vieles schon sehr professionell: Die Blogs werden mit Herzblut und langem Atem gemanagt. Es gibt Budget, Verantwortliche, Redaktionen, Autoren und genügend Content. Auffällig war bei den Bewerbern auch, dass viel stärker als noch vor einigen Jahren mit Bildern und Videos gearbeitet wird.

Dennoch haben die vorgestellten Blogs die Jury nicht so richtig vom Hocker gerissen. Was also können Unternehmensblogs tun, um wirklich spürbar zum Unternehmenserfolg beizutragen? Meine Empfehlungen dazu basieren auch auf meiner jüngsten Umfrage unter Blog-Verantwortlichen:

So bringen Sie Schwung in Ihr Corporate Blog

Fokus in der Kommunikation: Ein Unternehmensblog als Sammelbecken für Themen, die es nicht in die Pressemeldung geschafft haben? Oder ein Blog mit Allerweltstipps, die es im Internet schon hundertfach gibt? Das ist wenig erfolgversprechend. Die hohe Kunst besteht darin, die Brille der Leser aufzusetzen und gleichzeitig die eigene Marke zu positionieren. Dafür muss das Unternehmen wissen, warum es was an wen kommunizieren will.

Mut zur Meinung: Die öffentlichen Debatten bieten genügend Stoff. Dennoch tun sich Unternehmen traditionell schwer damit, Farbe zu bekennen. Doch wer Stellung bezieht, wird auch gehört. Ein meinungsstarkes Unternehmensblog kann nicht zuletzt auch dabei helfen, mehr Resonanz in den klassischen Medien zu bekommen.

Chefblogger an Bord holen: Sobald es darum geht, Themen zu setzen, sind bloggende Chefs und Manager gefragt. Sie geben der Marke, die sie vertreten, ein Gesicht. Sie können durch authentische, glaubwürdige und kompetente Beiträge das Interesse und das Vertrauen von Stakeholdern gewinnen – seien es Kunden, Partner oder Mitarbeiter.

Blick über den Tellerrand: Ein Unternehmensblog bietet großartige Chancen, sich auf Augenhöhe mit Influencern aus der eigenen Branche zu vernetzen. Dazu ist es notwendig, sich aktiv mit der Community auszutauschen. Zudem kann es sich lohnen, Gastautoren zu gewinnen oder auch Content-Partnerschaften einzugehen.

Ab und zu mal "Fremdbloggen": Viele Unternehmen sehen das eigene Blog als Herzstück der Online-Kommunikation. Doch letztlich geht es darum, die Nutzer dort zu erreichen, wo sie sich bevorzugt informieren. Deshalb lohnt es sich, auch mal "aus dem Haus" zu gehen und neue Blog-Plattformen wie Linkedin Pulse oder Facebook Notes in die eigene Blog-Strategie mit einzubeziehen.

Laufende Erfolgsmessung: Die interne Akzeptanz für ein Unternehmensblog und damit auch die Investitionen in eine professionelle Redaktion steigen nur, wenn die Verantwortlichen mit Zahlen nachweisen können, dass ihre Content-Strategie aufgeht. Die Zahl der Besucher kann hier nur ein Indikator von vielen sein. 

Fazit: Unternehmensblogs werden unterschätzt, denn sie haben als Kommunikations- und Content-Zentralen ein riesiges Potenzial. Vorausgesetzt, sie werden mit Mut und Weitsicht gemanagt.

Meike Leopold ist einer der "Digital Leader", eine feste Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zur Autorin und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.

Mehr Pep fürs Corporate Blog

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(2) Leserkommentare

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht