Ikeahackers.net | | von Franziska Mozart

Lernt Ikea seine Hardcore-Fans doch zu schätzen?

Wenn es um das eigene Logo oder den Markennamen geht, können sich Unternehmen ziemlich humorlos zeigen - und dabei ordentlich Sympathiepunkte verlieren. Aktuell ist das bei dem Streit zwischen Ikea und dem Blog Ikeahackers.net zu verfolgen. Auf der Seite zeigen Ikea-Fans aus aller Welt, wie sie die Produkte des Möbelhauses individuell anpassen, umgestalten oder individualisieren. Die Sammlung ist im Netz sehr beliebt, auf Facebook hat Ikea Hackers fast 140.000 Fans und Ikea selbst verlinkt beispielsweise auf Pinterest immer wieder auf die kreativen Ideen der Bastler.

Die Betreiberin, die als Jules Yap auftritt, lebt nach eigenen Angaben inzwischen von den Werbeeinnahmen, die sie über die Seite bekommt. Entsprechend setzte sie auf die geballte Kraft der Community, als ihr Ikea die kommerzielle Nutzung des Domainnamens untersagen wollte. Erfolgreich, wie sich jetzt zeigt. Wie sie schreibt, bekam sie inzwischen einen Anruf von Ikea mit dem Versprechen, eine gemeinsame Lösung zu suchen. Wie genau die aussehen wird, ist zwar noch unklar. Die Reaktion von Ikea zeigt aber, dass der aufziehende Shitstorm ernst genommen wird. Gleichzeitig wird deutlich, wie Ikea die Sympathiewerte und die Community von Ikea Hackers unterschätzt hat. Yap bedankt sich für all die Mails, Tweets, Kommentare und Nachrichten, mit denen die Fans ihr Anliegen unterstützt haben.

Warum geht Ikea gegen eine Community vor, die eigentlich aus den größten Fans des Möbelhauses besteht? Das fragten sich viele User angesichts der ursprünglichen Forderung von Ikea. Das Unternehmen habe das Web nicht verstanden, so der Vorwurf. Gegenüber Yahoo Home erklärte ein Unternehmenssprecher, Ikea bedauere die Situation mit Ikea Hackers. "Es war nie unser Ziel, die Seite zu stoppen. Ganz im Gegenteil, wir schätzen das Interesse an unseren Produkten und die Tatsache, dass Menschen aus aller Welt unsere Produkte so sehr lieben wie wir."

Ob damit die Webseite in ihrer jetzige Form weiter bestehen bleibt, oder unter einer anderen Domain weitergeführt wird, lässt Yap allerdings offen - je nach Ausgabe der Gespräche.

Wie unverständlich derartige Markenstreitigkeiten für die Verbraucher sind, zeigen auch die Beispiele Jack Wolfskin vs. Constantin Film und Apple vs. Apfelkind aus der Vergangenheit.

Der Outdoorhersteller wollte 2013 durchsetzen, dass eine Tatze als Markenzeichen auf den Filmplakat für die Reihe "Fünf Freunde" verboten wird. Auch Lizenzprodukte waren von dem Markenstreit mit Constantin Film betroffen. Zuletzt gab es allerdings eine außergerichtliche Einigung.

Apple unterlag gegen das Bonner Café Apfelkind, dem der Gerätehersteller untersagen wollte, einen Apfel im Logo zu verwenden.

Lernt Ikea seine Hardcore-Fans doch zu schätzen?

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