Searchmetrics | | von Annette Mattgey

Lausige HuffPo-Bilanz: SEO und Social Shares mangelhaft

Seit fünf Wochen erhitzen sich die Gemüter über die Huffington Post Deutschland. Doch was ist aus dem anfänglichen Hype geworden? Der Onlinedienstleister Searchmetrics hat sich nicht nur die Sichtbarkeit der Huffington Post im organischen Google-Ranking angeschaut, sondern auch die Verbreitung der Artikel über Social Media in den ersten 25 Tagen verfolgt. In beiden Feldern besteht erheblicher Nachholbedarf.

HuffPo ist selten auf der ersten Ergebnisseite

In Sachen SEO Visibility hat die offizielle Domain der Huffington Post einen mehr als ordentlichen Start hingelegt: Seit dem Launch am 10. Oktober dieses Jahres geht es für die URL stetig bergauf. Bei der Analyse der SEO Visibility vergleicht Searchmetrics die Anzahl der Suchanfragen für definierte Keywords und der Platzierung für jeden Suchbegriff mit der Gesamtzahl aller Suchanfragen und errechnet daraus einen Indexwert. Bis Anfang November zählten die Datenexperten von Searchmetrics mehr als gute 6.915 Indexpunkte – heißt also, dass die Domain der Huffington Post sich in ihren Platzierungen im organischen Ranking von Google langsam, aber sicher, immer weiter auf die vorderen Plätze schiebt und nach den ersten knapp vier Wochen ein durchaus respektables Ergebnis erreicht.
 
Etwas differenzierter zeichnet sich das Bild mit einem genaueren Blick auf Keywords, die URLs und deren Ranking: Aktuell verzeichnet die Domain der Huffington Post vergleichsweise wenig Keyword-Platzierungen auf der ersten Google-Ergebnisseite; selbst Ergebnisse unter den ersten fünf Seiten sind eher die Seltenheit – ein deutlicher Indikator, dass in Sachen Suchmaschinenoptimierung noch Potenzial besteht, besser zu ranken und mit der URL noch stärker sichtbar zu sein. Mit Brand-Keywords wie „The Huffington Post“ oder „Huffington“ rankt die Online-Plattform zwar auf Platz zwei, insgesamt aber lässt sich feststellen, dass die Huffington Post künftig noch deutlich mehr in Sachen Keyword-Optimierung wird leisten müssen, um ihre Leserschaft zu erreichen.
 
Nicht nur die Tatsache, welche Keywords eine Domain belegt, beeinflusst ein gutes Ranking in den organischen Suchergebnissen, sondern auch die Anzahl und die Qualität der Backlinks. Lässt man die Social Shares (erst mal) außen vor, führen die meisten Backlinks auf die Startseite der Huffington Post. Auch einzelne Artikelseiten erhalten Backlinks, die Anzahl dieser bleibt aber pro URL verhältnismäßig klein.

Social Shares beschränken sich auf nur wenige Artikel
 
Facebook dominiert, doch insgesamt schaffen es nur wenige URLs, eine größere Anzahl von Social Signals auf sich zu vereinen. Das zeigt die  Betrachtung der Huffington Post in den sozialen Netzwerken. Hierfür ermittelt Searchmetrics die sogenannte Social Visibility, die nicht nur die Anzahl der Likes und Shares einer Domain in den sozialen Netzwerken zusammenführt, sondern auch einbezieht, wenn diese Domain von Usern kommentiert wird.  Seit ihrem Launch hat die Huffington Post in Sachen Social Visibility einen recht ansehnlichen Einstieg hingelegt: Nach nur 25 Tagen schaffte die Nachrichtenseite bereits einen Indexwert von 23.066 Punkten. Je höher dieser Wert steigt, desto stärker werden Domains der Huffington Post in Social Media thematisiert.

Der Social Spread (Gesamtverteilung der Social Signals auf die einzelnen sozialen Netzwerke) zeigt: Facebook dominiert das Geschehen (siehe Bild oben). Über 75 Prozent der mehr als 8.000 Social Links, also Links, die innerhalb der sozialen Netzwerke geteilt, geliked oder kommentiert werden, finden sich bei Facebook wieder – ein Drittel Likes, ein Viertel Shares und ein Fünftel Kommentare. Google+ vereint noch ein Zehntel knapp 15 Prozent.
 
Wie aber sehen diese Social Signals nun inhaltlich aus? Bei aller Anfangseuphorie schaffen es nur etwa zwei bis drei URLs herauszuragen und eine größere Anzahl von Social Signals auf sich zu vereinen. So rankt beispielsweise der Beitrag „Warum Sie jeden Tag Kaffee trinken sollten“ nach der offiziellen Website am besten. Wenn man die ganze Diskussion um HuffPo-Redakteure und unbezahlte Gastautoren im Hinterkopf hat, ist das eine Farce: Der Kaffee-Artikel ist nämlich lediglich die Adaption eines US-Beitrags.

Entlarvend ist auch ein Blick auf andere Online-Medien im gleichen Zeitraum von 25 Tagen. Welchen Social Spread konnten sie erzielen? Denn dann erscheinen die 8.000 Social Links der HuffPo erst recht mager. Die HuffPo mit Spiegel online zu vergleichen, wäre wahrlich vermessen. Hier weist Searchmetrics 30,3 Millionen Social Links im gleichen Zeitraum aus. Setzt man die Zahlen des General-Interest-Angebots HuffPo in Bezug zur W&V, einer ausgewiesenen Marketing- und Medien-Seite, sieht man, dass die HuffPo noch einen langen Weg vor sich hat: W&V kommt auf einen Social Spread von knapp 440.000. 

Searchmetrics hält den Start zwar für gelungen und die Huffington Post zumindest in den sozialen Netzwerken angekommen. „Für den Anfang sind die Ergebnisse durchaus positiv, allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Huffington Post nach knapp vier Wochen in Sachen SEO und Social Media einfach noch in den Kinderschuhen steckt“, erklärt Matthias Bachor, Director of Marketing bei Searchmetrics. „Einfach nur in den Suchergebnissen und den sozialen Medien sichtbar zu sein, reicht allein natürlich nicht aus. Wir sehen schon, dass die Online-Community die Huffington Post bisher noch nicht wirklich als einen etablierten Player auf dem Schirm hat. Um bei den Usern wirklich wahrgenommen zu werden, hat das Projekt noch einen recht steinigen Weg vor sich. It's all about content und nur qualitativ hochwertige Inhalte werden die Domains zukünftig weiter nach vorn bringen.“
 

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