Dialogmarketing | | von Annette Mattgey

Kundenbindung: Wie Sie Facebook-Fans in eigene Kontakte umwandeln

Social Media übernimmt eine wichtige Funktion beim Kundenkontakt, doch für eine effektive Bindung zum Nutzer reichen “Likes”, “Follower” oder das “Fan-werden” nicht aus, meint Stefan von Lieven, CEO des CRM-Dienstleisters artegic. Nur durch die Überführung dieser losen Kontakte in ein individuelles Online-Dialogmarketing lassen sich Nutzer nachhaltig aktivieren. Wie das funktioniert, erklärt von Lieven exklusiv für LEAD digital.

Rechtliche Grauzone: Daten aus Social Media exportieren

Wer rein über Social Media kommuniziert, ist immer abhängig vom recht unberechenbaren Netzwerk-Betreiber, welcher auch immer die Hoheit über die Nutzerdaten behält. In Social Media finden sich sowohl E-Mail Adressen der eigenen Kontakte, als auch vielfältige Informationen, die sich zur Profilbildung nutzen lassen – etwa Konsumgewohnheiten. Es erscheint lukrativ, diese Daten herunterzuladen, um damit den eigenen Newsletter-Verteiler anzureichern. Doch auch wenn noch keine gesicherte Rechtsprechung vorliegt, ist davon auszugehen, dass dies nicht erlaubt ist, weder bei privaten Kontakten, noch bei Fans auf geschäftlichen Seiten. Ein Transfer der Daten ist möglicherweise – je nach AGB – nach expliziter Zustimmung des Nutzers möglich. Im Zweifelsfall liegt das Recht zur Nutzung der Daten aber allein beim Social Network-Betreiber.

Sichere Sache: Opt-ins bei Facebook & Co. verankern 

Daher sollten Social Media-Kontakte stets zum Anlass genommen werden, von diesem Personenkreis ein separates Opt-In für das E-Mail Marketing zu erhalten. So bekommen Versender eine größere Kontrolle über die Kommunikation und verringern ihre Abhängigkeit vom Social Network-Betreiber. Sie können selbstständig Nutzerdaten erheben – eine ausreichend hohe Zustimmung vorausgesetzt – und diese im E-Mail Dialog rechtssicher nutzen. Nur durch eine echte Identifikation und die Generierung von Dialogmarketing-Opt-Ins lassen sich nachhaltige und unternehmenseigene Werte im Marketing sichern.

Um eigene Opt-Ins über Social Media zu generieren, sollten alle relevanten Kontaktpunkte genutzt werden. Anmeldungsformulare können nicht nur aus Social Media verlinkt werden, sondern – je nach Netzwerk – ist auch eine direkte Integration von Registrierungsprozessen in die Fan-Page möglich. So brauchen die Nutzer die Fan-Page nicht verlassen - das zeigt sich in verringerten Abbruchquoten. Zahlreiche Netzwerke und Dienste erlauben auch die Integration eigener Apps. In diese lassen sich ebenfalls Registrierungsoptionen einbinden.

 

Eine weitere Möglichkeit zur Generierung von Opt-Ins aus Social Media sind Contentzugriffe aus SWYNs (Share With Your Network). Über SWYN-Buttons kann der Nutzer einen Inhalt – etwa eine Landingpage oder einen Newsletter – in ein soziales Netzwerk teilen. Klickt ein weiterer Nutzer auf den geteilten Link, kann über die Advanced Fingerprinting-Technologie erkannt werden, ob dieser Nutzer bereits Newsletter-Abonnent ist. Falls dies nicht der Fall ist, wird ihm zusätzlich zur angeforderten Zielseite das Registrierungsformular angezeigt.

Begehrlichkeiten wecken durch exklusive Inhalte

Um einen Nutzer zum Opt-In zu bewegen, muss diesem durch einen gebotenen Mehrwert ein Anreiz geschaffen werden. Im B2B können beispielsweise Hinweise auf exklusive Fachinformationen wie Checklisten, Studien oder Whitepaper eingesetzt werden. Im B2C eignen sich beispielsweise Gewinnspiele, Coupons oder Voucher.

Um ihr volles Potenzial ausspielen zu können, müssen E-Mail Marketing und Social Media an relevanten Ansatzpunkten integriert werden. Social Media bietet Kontakte für die E-Mail Kommunikation und einen authentischen, persönlichen Kontext. E-Mail Marketing ermöglicht dahingegen die Verlängerung von Dialogen in soziale Netzwerke. Doch die Integration von E-Mail Marketing und Social Media sollte nicht nur in der praktischen Umsetzung erfolgen, sondern bereits auf strategischer Ebene. Viele Unternehmen sehen E-Mail Marketing und Social Media immer noch als autonome Kanäle, doch für volle Effizienz müssen sie in einer kanalübergreifenden Dialogstrategie miteinander verknüpft werden.

Vertiefende Informationen zur Integration von E-Mail Marketing und Social Media bietet artegic in einem kostenfreien Webinar an, das am 14. Juni um 14 Uhr beginnt. Hier geht es zur Anmeldung.

Stefan von Lieven, CEO von artegic AG studierte Maschinenbau und BWL an der RWTH Aachen und ist Mitgründer der artegic AG - einem Anbieter von E-CRM Technologie und Beratung. Von Lieven verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Online-Branche und engagiert sich in Verbänden und als Gastdozent für die Modernisierung von Kundenbeziehungen über digitales Dialogmarketing.

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