Künstliche Intelligenz - gerne! Aber bitte nicht nur beim Fußball
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Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Künstliche Intelligenz - gerne! Aber bitte nicht nur beim Fußball

Que sera, sera, whatever will be, will be, the future´s not ours to see... - Moment mal: Oder doch? Nachdem Microsofts Suchmaschine Bing schon den Sieg der deutschen Mannschaft im Endspiel gegen Argentinien vorausgesagt hat - Chapeau! - setzt das Unternehmen natürlich weiter auf die Wahrsagerei. Macht ja auch Spaß! Neuerdings bietet Bing Vohersagen für aktuelle Partien der Fußball-Bundesliga und der Champions League an. Das neue Feature gibt es zudem für die spanischen Liga BBVA, die französischen Ligue 1 und die italienischen Serie A.

Grundlage der Fußball-Prognose ist ein neuer Algorithmus, den Microsoft entwickelt hat. Zusammen mit Nutzerdaten aus Suchanfragen und sozialen Netzwerken soll der wahrscheinliche Ausgang der Partie bestimmt werden. Im Fall der Bundesliga und der Champions League spielen dabei laut Bing folgende Faktoren eine Rolle: Die Ergebnisse aus vorherigen Begegnungen, die Torvorteile bei jedem Spiel, die Wetterverhältnisse und der viel beschworene Trumpf des Gastgebers. Aus statistischen Größen wie diesen berechnet Bing dann die Wahrscheinlichkeit für Sieg, Niederlage oder eben auch Unentschieden. Nicht schlecht.

Machine Learning war auch eines der großen Themen der Southby Southwest Interactive in Austin. Neben rund 1300 Sessions, unter denen Marketer und Werber die Qual der Wahl hatten, gab es in der texanischen Metropole jede Menge skurrile Roboter-Parties. Und weitere 300.000 Menschen, von denen die meisten allein zum Networking oder um Party zu machen angereist waren. Verstopfte Straßen, vollgepropfte Konferenzräume, kurzum: Eine Menge Trubel, der viele dazu veranlasst, von einer abgespeckten Version des Festivals zu träumen. Hier übrigens das ultimative Abschluss-Video mit Statements von Volkswagen, Saturn und Gerolsteiner, was sie an der SXSW fasziniert.

Und ja: Wie Christoph Salzig, Inhaber der Kommunikationsberatung Primus Inter Pares, in seinem Cebit-Kommentar schreibt, Barack Obama sprach in Austin und ja, das Thermometer erklomm nach Wind und Regengüssen zuweilen tatsächlich die 30 Grad. Allerdings hat jedes Event eben seinen ganz eigenen Reiz. Viele vermissen bei der South By Southwest , in der junge Programmierer und Kreative in T-Shirt und Turnschuhe dominieren, eben genau das, das Salzig bei der Cebit in Hannover zu verabscheuen scheint: Geschäftsleute in Anzug und Krawatte.

Salzigs versöhnliches Fazit: Die Messe sei insgesamt besser geworden. Das liegt vor allem am klaren B2B-Bezug, der bei allen Schwächen, die einer so großen Messe offenbar nicht so schnell auszutreiben sind, sehr wohltuend ist.” Na also. Und: “Es ist bei weitem nicht so hektisch, wie es etwa auf einer Dmexco zugeht.” Nochmal na also.

In die Debatte um Digital Leadership platzte diese Woche auch Markus Härtner, Vice President DACH beim IT-Dienstleister F5 Networks, mit einer knackigen These: Nur der CDO kann die digitale Transformation bewerkstelligen. Hört, hört, liebe Marketer. Der CMO, auf dessen Schultern ebenfalls große Hoffnungen liegen, kann laut Härtner - böse, aber metaphorisch gesagt - nach Hause gehen. “Dem CMO fehlt einfach der Zugriff auf die relevanten Daten. Online- und Social Media-Kampagnen werden zwar gefahren, allerdings ohne alle relevanten Daten zu integrieren. Es fehlt die konsolidierte Sicht auf die Datensätze und die übergeordnete Auswertung mit Unternehmensausrichtung.” Autsch! Das Aufgabengebiet des CDO dagegen umfasse nicht nur die Infrastruktur, sondern die darauf basierenden Business-Modelle sowie die Entwicklung, Einführung und Vermarktung neuer Produkte und Services. Hm.

Nichts gegen Fußball, liebe Bing-Programmierer in (wie ich mal vermute) T-Shirt und Schlappen. Aber wann wird endlich Microsofts Bing-Algorithmus zu solchen, wirklich wichtigen Glaubensfragen sprechen können?

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