König Fußball auf Snapchat, Facebook und so
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

König Fußball auf Snapchat, Facebook und so

Endlich darf wieder gefiebert und angefeuert werden. Endlich wird mit Toooooor! niemand mehr diskreditiert sondern kollektiver Jubel genossen. Die Stimmung ist also gut. Das Belohnungszentrum im Hirn hat voll zu tun. Ein ideales Umfeld für Werbebotschaften. Mercedes nutzt die Euphorie auch ganz geschickt mit seinem Twitter-Emoji unter dem Hashtag #ViveLaMannschaft. Und mal ehrlich: Sie haben es beim Spiel Deutschland - Polen doch auch genutzt, oder?

Ok. Twitter kann inzwischen jeder Marketer bedienen. Snapshot ist vielen noch ein Rätsel. Sogar denen, die den Kanal nutzen wie Lukas Podolski. Was dem Poldi sein Rücksäckle, sind dem Alex Song vom FC Barcelona seine Sneaker. Er posiert besonders aufdringlich gefühlt jeden Tag in anderen Neon-Sneaker seines Klamottenlabels "Systeme Tchakap". Doch wer platt immer die gleichen Produkte in die Kamera hält, strapaziert das Belohnungssystem seiner Follower im Hirn zu sehr. Also Obacht, liebe Spieler. Für ne Werbeverlängerung muss die Leistung stimmen. Sonst gehen die Zuschauer nicht mit in die Verlängerung.

Adidas setzt lieber auf Youtube. Kurz vor dem Deutschlandspiel ging ein neuer Teil aus der "First Never Follows"-Reihe (Produktion: Czar) online. Der Clip ist "Der Mannschaft" gewidmet und einigen jungen Bolzplatzfußballern. Immer an die Zuschauer denken, dürfte den Spot erfolgreich machen. Die Refinanzierung durch die Bolzplatzfussballer dürfte übrigens gesichert sein. Schon jetzt hat Adidas 1,3 Millionen Deutschland-Shirts verkauft. 

Während bei Adidas die Kassen klingeln, ist Mr. Spam pleite. Jetzt darf er die EM vom Gefängnis aus verfolgen. Er hatte Facebookkonten gekapert und Werbeposts im Namen von Freunden gestreut. Ein klares Foul.

Noch ein Foul moniert Renate Künast von den Grünen: Pöbeleien und Hasstiraden im Netz und insbesondere auf Social-Media-Netzwerken. Die grüne Spitzenpolitikerin will, dass sich Anbieter von Online-Foren - nennen wir sie mal Facebook - mehr Gedanken machen über "würdelose" und verletzende Äußerungen. Auch die Freiheit im Netz sei "nicht ohne Grenze". Ein Schiedsrichter, der sich durch gerechte Entscheidungen und strenges Abpfeifen Respekt verdient hat, wäre wünschenswert. Unsere Fussballhelden mit multinationalem Hintergrund werden da sicher zustimmen.

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