Fallstudie | | von Annette Mattgey

Kite Worldwide: Mit Facebook-Werbung oben auf der Welle

Nur wenige der kleinen und mittelständischen Firmen nutzen Facebook. Dabei könnten sie dort mit überschaubarem Aufwand große Reichweite erzielen, wie W&V in seiner aktuellen Serie aufzeigt. Den Anfang macht der Spezialreiseanbieter Kite Worldwide, der drei Viertel seines Werbebudgets in Facebook investiert. Facebook ist für Kite Worldwide das mit Abstand wichtigste Kommunikationsmedium. Mithilfe des Social Networks ist das Hamburger Start-up zu einem der größten auf Kitesurf-Urlaube spezialisierten Reiseveranstalter im deutschsprachigen Raum aufgestiegen. Dabei steckte hinter dem rasanten Wachstum anfangs nicht einmal eine Strategie. Als Jürgen Sievers und York Naumann 2009 auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt die Idee für den Nischen-Reiseanbieter hatten, glaubten sie nicht ernsthaft daran, die Firma eines Tages hauptberuflich zu betreiben: „Für uns war das eher ein Hobbyprojekt“, erinnert sich Sievers, der seit 15 Jahren in der Tourismusbranche tätig ist. „Aber wir wussten, dass es ein kostspieliges Hobby ist, und waren bereit, Geld zu investieren.“

Vorteil für die First Mover

Zeitgleich mit dem Start der eigentlichen Website lancierte der 35-Jährige die Fanpage auf Facebook. Ein Freund in den USA hatte ihm dazu geraten – obwohl die Plattform zu diesem Zeitpunkt hierzulande gerade einmal vier Millionen Nutzer zählte. Mittlerweile sind es über 22 Millionen. Der große Vorteil war, sagt Sievers: „Wir waren die Ersten in der Branche, die auf Face­book Anzeigen schalteten. Nicht einmal die Großen wie TUI oder Aida machten das damals.“ Entsprechend sichtbar waren die Hinweise auf die Kitesurf-Paradiese diese Welt und entsprechend schnell vermehrten sich die „Gefällt mir“-Bekenntnisse.

Bei Kite Worldwide hat der Fan-Aufbau zu Beginn offenbar am besten über die klassischen Facebook-Anzeigen funktioniert, die am rechten Bildschirmrand erscheinen. Außerdem brachte ein Gewinnspiel verbunden mit einem simplen Fotowettbewerb den Hamburger Wassersport-Freaks auf Anhieb 10 000 Fans – wenngleich die Aktion aufgrund geänderter Facebook-Richtlinien in dieser Form mittlerweile gar nicht mehr möglich wäre. Wer ein Gewinnspiel plant, muss eine App dafür programmieren. Die Facebook-Mechanismen, allen voran der „Gefällt mir“-Button, dürfen hierfür nicht benutzt werden.

Sponsored Ads ja, aber keine Page Post Ads

Um das Engagement unter den bestehenden Fans zu erhöhen, pusht Sievers die eigenen Inhalte hin und wieder über sogenannte kostenpflichtige „Sponsored Ads“. Die eigenen Kommentare, Bilder oder Videos über „Page Posts Ads“ auch bei Nicht-Fans in der Rubrik „Neuigkeiten“ erscheinen zu lassen, lehnt der Kite-Worldwide-Chef hingegen ab – weil er das selbst nicht mag. Facebook-Marketing habe viel mit Bauchgefühl zu tun, sagt er. Außerdem ist der Reiseanbieter schlichtweg nicht mehr darauf angewiesen, außerhalb seiner Fan-Gemeinde nach neuen Anhängern zu suchen: Über 90 000 Follower zählt die Seite – und etliche davon sind bereits zu Kunden geworden.

Lediglich einen Betrag im mittleren fünfstelligen Bereich gibt der Unternehmer für Marketingaktivitäten aus, drei Viertel davon entfallen auf Facebook. Twitter nutzt er nicht, Google+, Vimeo und Youtube eher selten. Auch Anzeigen in Magazinen schaltet Sievers nur ab und an. Direkt über Facebook verkauft Kite Worldwide keine Reisen – weil die Leute das noch nicht gewohnt seien. Sievers hat das getestet. Jedes neue Tool probiert der Wahl-Hamburger aus. Er macht alles selbst – ohne die Hilfe einer Agentur. Im Gegenteil: Weil andere Unternehmen oft um Rat fragten, haben die Kite-Worldwide-Gründer mit 27social mittlerweile ihre eigene Agentur gegründet.

Lesen Sie den vollständigen Artikel in der aktuellen W&V 15/2013. Mit Checkliste: Was Unternehmen vor ihrem Einstieg bei Facebook klären sollten. Wie Facebook im Mittelstand funktioniert, erläutern ausführlich die weiteren Folgen der neuen Serie in der W&V. Steigen Sie jetzt ein und nelden Sie sich zum Testabo (6 Ausgaben für 22 Euro) inklusive Amazon-Gutschein in Höhe von 10 Euro an.

Kite Worldwide: Mit Facebook-Werbung oben auf der Welle

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