Keine Experimente, keine Zukunft: Warum Neues es in “Made in Germany” schwer hat
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Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Keine Experimente, keine Zukunft: Warum Neues es in “Made in Germany” schwer hat

Einfach mal was auszuprobieren, ins Blaue hinein - darin tun sich die Deutschen schwer. Exportweltmeister, Fußballweltmeister: alles muss perfekt sein. Für dödelige Experimente bleibt da wenig Raum, das zeigt auch der Umgang mit Snapchat. Während in anderen Ländern, von USA bis Frankreich, Bilder und Filme aufs Portal geschaufelt werden, um mal zu sehen, was passiert, ist in Deutschland weitgehend Flaute. Wie sehr hat diese Woche wieder gezeigt. 

Christoph Assmann, Social Media Manager bei Sixt, verrät im W&V-Interview nicht nur, wie das mit Snapchatten geht - sondern warum es bei vielen eben noch nicht geht. "Inhalte in Echtzeit zu veröffentlichen erfordert Mut, Kreativität und kurze Entscheidungswege." Assman hat das Go von seinen Vorgesetzten - ein wichtiger Punkt, um Innovationen voranzutreiben. Man hört es immer wieder. Also, liebe Chefs, lasst eure Teams mal so richtig rumspinnen.

Dasselbe trifft auch auf einen anderen Trend zu, der überall - außer bei uns eben - langsam Fahrt auf nimmt. Die Rede ist von Emojis. Nach Procter & Gambles Always, Durex, TUI Connect und Chevy greifen neuerdings auch Starbucks und Pepsi auf die gelben Heulgrinsgesichter zurück. Pepsi launcht sogar einen Shop mit Pepsimojis. Erhältlich sind T-Shirts, Smartphone-Hüllen bis hin zu Keksen und Haushaltswaren im Pepsimoji-Design. Wenn das keine gelungene Markenverlängerung ist! Irgendwer wird das Zeug schon kaufen.

Digital ist eben nicht nur ein nettes Nice to have - sondern bringt völlig neues Business hervor: so hat es schon manch ein Digital-Prophet gepredigt. Wie zum Beispiel Airbnb: Die Plattform, über die Sofas und ganze Häuser von privat an privat vermietet werden, ist auch in Deutschland Marktführer. Der für die deutsche Wirtschaft tragische Aspekt: vor Airbnb gab es hierzulande 9 Flats. Das deutsches Startup verkauft sein Geschäft nun nach Asien. Warum? Weil deutsche Gesetze es nicht am Leben lassen. Das Paradoxe daran: Während Bußgeldbescheide nur die deutsche Firma bedrohen, tangieren sie für das amerikanische Airbnb sowie ein asiatisches 9 Flats nicht. So kann man sich die Innovationsfreude - die ja auch an dieser Stelle eingefordert wird - auch ruinieren.

Indes gibt Facebook stolz bekannt seine Gewinne weiter zu vergolden. Zu verdreifachen genauer gesagt. Bei Apple dagegen gibt es Probleme. Wie bitte? Die Firma hat doch alles richtig gemacht: Im hübschen Apple-Store mit der coolen Genius-Bar gibt es iPod, iPhone, iPad, iWatch. Richtig - die iGähn. Vielleicht sollten die Kalifornier die breitgetretenen Pfade auch mal wieder verlassen.

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