Die Marke Twitter hat mehr kulturellen als monetären Wert.
Die Marke Twitter hat mehr kulturellen als monetären Wert. © Foto:Twitter

Interview-Hörtipp | | von Annette Mattgey

Johnny Häuslers Utopie: Twitter wird Genossenschaft

Nachdem sich offensichtlich kein Käufer für Twitter findet, könnte der Kanal auch von den Nutzern selbst betrieben werden, meint Blogger und Netzaktivist Johnny Häusler. Jetzt wurde bekannt, dass auch das US-Unternehmen Salesforce nicht an einer Akquisition interessiert ist. Der Verkaufsprozess sei damit so gut wie tot, schrieb die "Financial Times" unter Berufung auf das Umfeld der Twitter-Chefetage. Zuletzt waren Medienberichten zufolge auch der Internet-Riese Google und der Unterhaltungskonzern Disney abgesprungen.

Ob aus Johnny Häuslers Utopie nun doch Realität wird? Vor rund einer Woche hat er bei "Wired" die Diskussion im deutschsprachigen Netz angestoßen und stellte ein Google-Doc mit dem Titel "If we owned Twitter" zur Verfügung, an dem sich jeder beteiligen kann. Im internationalen Maßstab laufen die Überlegungen via Loomio.

Im "Deutschlandradio Kultur" zog er eine erste Bilanz des Projekts, dem er auch eine Session bei der Republica Dublin am Donnerstag wirdmen wird. Bei der Idee des "Internet of Ownership" geht es darum, dass für uns alle so relevante Dienste wie Facebook und Twitter auch allen gehören sollten. Mit einer kleinen Geldeinlage wird jeder zum Teilhaber - so wie in Deutschland etwa auch die "taz" als Genossenschaft organisiert ist. 

Die Idee gefalle den deutschen Nutzerinnen und Nutzern sehr gut, aber "mitmachen tun nur wenige." Für Häusler ist Twitter das Lieblings-Social-Network, weil es sehr wenig Vorgaben mache. Natürlich gibt es noch einen anderen Grund, warum es sich lohnt, Twitter zu erhalten: "Twitter ist technisch leicht nachzumachen, aber 350 Millionen Nutzer da hinzubekommen und diese Plattform damit erst lebendig zu machen, ist die große Herausforderung."

Auf internationaler Ebene werde gerade an einem "Manifest" gearbeitet, das man mitunterzeichnen kann. Es sei "irre kompliziert", wie solche kooperativen Geschäftsmodelle aussehen könnten. Neben Leuten, die jetzt Anteile kaufen, könnte man auch die bisherigen Großaktionäre einbinden. Bei der Frage, wie Twitter in Zukunft Geld verdienen wird, will Häusler weg vom "immer mehr". Twitter habe nicht nur einen - offensichtlich recht kleinen - monetären Wert, sondern auch einen kulturellen.

Wie realistisch er selbst die Chance auf Verwirklichung sieht und warum schon die Diskussion darüber ein Wert an sich ist, erzählt der Blogger und Autor in der Sendung "Breitband".

Hier der Beitrag (20 Min; Einführung bis ca. 3:50, danach Musik). Das 10-Minuten-Interview mit Johnny Häusler startet bei 8:55 Min:

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