Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Is mir egal, Instant Articles und der Fluch der Adblocker

Es ist die Zeit der Rückblicke. Und da kann man zunächst einmal nur staunen, wie viele neue Werbeformate die wichtigsten Social-Media-Kanäle 2015 freigeschaltet haben: Canvas, Carousel Ads mit Video, Instagram Ads, um nur einige zu nennen.  Instagram zum Beispiel hat seine Plattform im April dieses Jahres für Werber geöffnet. Zalando, Samsung und Porsche haben die Chancen gleich genutzt. Aber wahre Inspiration fand man bei Gucci und Zign. Wer jetzt einfach mal durchschnaufen möchte, sollte sich diese Highlights noch mal reinziehen.

Während es bei Instagram viel auf Schönheit ankommt, müssen Werbekampagnen auf Facebook das Herz berühren. Wie zum Beispiel  der Edeka-Opa von Jung von Matt. Oder die Berliner Verkehrsbetriebe. Die haben vor ein paar Tagen mit Jung van Matt satte 1,9 Mio Views für ihren U-Bahn-Song „Is mir egal“ eingefahren. Und man fragt sich, ob nicht das ganz gewöhnliche Alltägliche den besten Stoff für gute virale Kampagnen gibt. Auch Edeka, sind wir mal ehrlich, schreibt ja Geschichten aus dem Leben. Kein Wunder also, dass Edeka die  besten Viralhits lieferte. Aber auch Adidas und Mercedes-Benz wurden zigmal in den Sozialen Medien geteilt und konnten so ihre Markenbotschaft unters Volk bringen. Und auch Red Bull und Samsung sind beliebt in sozialen Netzwerken. Der Verdacht liegt nahe, dass es diese großen Marken sind, die ihren Markenkern auch wirklich kennen – und ihre Vorteile kommunizieren können.

Apropos Alltag: Ab sofort kommen alle Facebook-User mit Android-Smartphones in den Genuss von Instant Articles: Das Erfolgsgeheimnis ist hier eher technischer Natur: schnellere Ladezeiten und interaktive Inhalte, hochauflösendes Bild- und Kartenmaterial, in das man hineinzoomen kann und automatisch startende Videos. Und wieder hat Facebook ein Format lanciert, das Werbende und Verlage aufhorchen lässt. Twitter dagegen sucht derzeit seinen Weg. Soll Twitter facebookiger werden wie die Investoren wünschen? Oder einfach seinen 160-Zeichen-Weg besser ausbauen? Wir hoffen auf jeden Fall, dass Twitter seinen Weg findet. Und das kann nicht der von Facebook sein.

Doch neben all den Rückblicken soll man auch nach vorne schauen: Facebook wird Youtube nicht verdrängen und 2016 werden viele Ads auch weiterhin nicht sichtbar sein. Der Fluch der Adblocker bleibt. Marketer dürfen sich also auch 2016 nicht hängen lassen und müssen überzeugende Kreationen abliefern – nicht nur für virale Videos, sondern auch für schnöde Banner.

Is mir egal, Instant Articles und der Fluch der Adblocker

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