Finde den Unterschied: Snapchat ist links.
Finde den Unterschied: Snapchat ist links. © Foto:Screenshots

Storytelling | | von Annette Mattgey

Instagram vs. Snapchat: Tipps von We are Social

Seit einiger Zeit gleichen sich Snapchat und Instagram an: Eine Slideshow aus Bildern und Videos, die die User mit bunten Herzen, witzigen Schriftzügen und anderen Spielereien verschönen können, und einem Verfallsdatum. Das kannten wir lange nur als Snapchat Story.

Inzwischen hat Instagram jedoch nachgezogen und die Instagram Story ins Angebot aufgenommen. Instagram-CEO Kevin Systrom gibt ehrlich zu, dass Instagram sich von Snapchat Stories hat inspirieren lassen und Snap Inc. die entsprechende Anerkennung verdient. Dass die Instagram-Community sehr affin für das Feature ist, zeigen 100 Millionen Nutzer, die sich täglich Stories anschauen.

Doch was heißt das für Marken und deren Social-Media-Strategie? Die globale Digitalagentur We Are Social hat sich beide Dienste angeschaut und Vor- und Nachteile beider Formate und die Möglichkeiten für Werbungtreibende analysiert.

Wie Zwillinge – zum Verwechseln ähnlich, aber dennoch mit eigenem Charakter

Auf den ersten Blick erkennt der User kaum einen Unterschied zwischen den beiden Plattformen, wie der Auftritt von "The Tonight Show Starring Jimmy Fallon" zeigt:

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Um die Frage gleich zu beantworten: Links handelt es sich um einen Snap und rechts um einen Instagram-Inhalt.

Beide Features ermöglichen das Teilen von Fotos und Videos, sind für 24 Stunden verfügbar und können abgespeichert werden. Snapchat bietet zusätzlich verschiedene Filter und Effekte an, die das Gesicht des Nutzers beispielsweise in ein Reh oder einen Hund verwandeln. Klingt vielleicht albern, aber das ist so gewollt und unglaublich beliebt. Es bleibt abzuwarten, ob Instagram hier noch nachrüstet. Facebook wird nicht umsonst MSQRD gekauft haben – eine App, die ebenfalls Masken über das Gesicht legt. Geofilter (z.B. für Orte, Events oder Feiertage) findet man hingegen momentan nur auf Snapchat.

Doch auch Instagram Stories bringt in Verbindung mit Instagram jede Menge Vorteile mit. Die Suche nach Namen und die Explore-Funktion ermöglichen es, dass Marken schneller gefunden werden. Zudem ist die Platzierung oberhalb des Newsfeeds von hoher Relevanz, da sich der Nutzer im ersten Moment entscheiden muss, ob er sich Stories anschaut oder sich doch dem vertikalen Scrollen hingibt.

Der größte Vorteil ist allerdings die bestehende Reichweite von vielen Unternehmen. Sie haben bereits eine Fanbase aufgebaut und sind im besten Fall mit ihrer Community und deren Interessen vertraut. Vielen scheint es aktuell leichter zu fallen, sich auf Instagram auszutesten.

Ads, Ads, Ads

Die wirklich spannende Frage, die sich Marken stellen, ist die der Werbemöglichkeiten im Rahmen der Snapchat- bzw. Instagram-Stories. Hier gibt es einige Unterschiede.

Bei Instagram Stories merkt man schnell, dass die Werbemöglichkeiten dann doch begrenzt sind. Die Story selbst kann nämlich nicht beworben werden. Einzelne Bilder, die als Teaser für die eigentliche Story dienen, können als Post beworben werden. Damit wäre das Thema Bewerbung einer Instagram-Story auch schon abgeschlossen.

Snap Inc. hielt sich lange verschlossen, was die Einbindung von Werbung betraf. Nach und nach öffnet sich jedoch CEO Evan Spiegel der Idee, denn auch für Snap Inc. ist der Gewinn durch Werbeeinnahmen mehr als reizvoll. Bislang konnten Marken auf Snapchat lediglich Filter und Linsen sponsern sowie vertikale Video Ads schalten, die beispielsweise in den Stories von Buzzfeed oder Daily Mail auftauchten.

Nun gibt es zusätzlich die Option, 10-Sekunden Ads (sogenannte Snap Ads) zwischen den Stories von Freunden zu platzieren. Hier setzt Snapchat jedoch eine Schranke bei drei Anzeigen pro Tag. Der Nutzer soll aktuell nicht überfordert werden und der Plattform treu bleiben. Wenn wir aber eines von Facebook und Co. gelernt haben, dann die Steigerung der Ads-Ausspielung.

 

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Ebenfalls spannend ist das Targeting bei Snapchat. Snap Inc. orientiert sich nämlich mittlerweile stark an Facebook. Anzeigen können bereits nach Alter und Geschlecht der Nutzer, Ort, Gerät, Anbieter und Inhalt ausgespielt werden. Hinzu kommen nun diese Targeting Features: Snap Audience Match, Lookalikes und Snapchat Lifestyle Categories. Kommt einem bekannt vor.

Was eine Instagram Story als auch eine Snapchat Story gemeinsam haben, ist die schwierige und begrenzte Erfolgsmessung. Aktuell können nur die Viewzahlen ausgewertet werden. Beide Plattformen werden aber zeitnah nachrüsten müssen, um für Werbetreibende attraktiv zu sein. Zumindest Snap Inc. ist kürzlich Partnerschaften mit anderen Unternehmen und Marktforschern wie Millward Brown, Nielsen und Google eingegangen.

Diese Marken erzählen ihre Story richtig 

Auf der Suche nach Inspiration wird man schnell fündig, denn Beispiele für Markenmusen gibt es viele:

  • Nike (Instagram und Snapchat Username NIKE)
  • Red Bull (Instagram und Snapchat Username redbull)
  • Ben & Jerry’s (Instagram und Snapchat Username BenAndJerrys)
  • General Electric (Instagram und Snapchat Username generalelectric)
  • The Tonight Show Starring Jimmy Fallon (Instagram und Snapchat Username fallontonight)

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt:

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Kreatives Quiz auf dem Snapchat-Account von fallontonight

Snapchat Story? Instagram Story? Entweder-oder? Oder beides?

Die Antwort ist eindeutig: Es kommt drauf an! Es spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, die darüber entscheiden sollten, welche Plattform einen Platz in der Social-Media-Strategie einnehmen sollte.

Die entscheidende Frage: Auf welchen Plattformen treffe ich meine Zielgruppe an? Dort, wo diese sich aufhält, sollte die Marke ebenfalls präsent sein. Doch Achtung: Die Spielregeln der einzelnen Kanäle müssen respektiert werden, denn die inhaltliche Präsentation sollte der Tonalität des Kanals entsprechen.

Es kann also durchaus sinnvoll sein, auf Instagram und Snapchat präsent zu sein. Am besten einfach ausprobieren und vor allem Spaß haben!

Mit aktuell rund 624 Mitarbeitern an den Standorten London, Paris, Mailand, München, Berlin, Singapur, Sydney, New York, San Francisco, Shanghai und São Paulo betreut We Are Social Unternehmen wie Cisco, Google, Liebherr, Mondelēz, Playmobil sowie Reebok.

 

 

 

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