Ich bin Tay und wir müssen reden
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Ich bin Tay und wir müssen reden

Schon von Youtube Connect gehört? Gerüchten zufolge will Google den Livestreaming-Markt, der zusammen mit VR in Zukunft die sozialen Medien beherrschen wird, nicht schon wieder anderen überlassen und plant daher Youtube Connect. Youtube Connect beglückt uns mit einer Chat-Funktion und einem eigenen Newsfeed. Allerdings ist Youtube Connect nicht das erste Produkt seiner Art auf dem Markt. Periscope gibt es schon länger. Und Facebook ist mit Facebook Live ebenfalls schon durchgestartet. Bleibt also spannend zu sehen, ob Youtube Connect ein ähnliches Schicksal ereilt wie Google Plus. Das hat ja bekanntlich den Markt verschlafen. Ein bisschen wie ICQ, das gerade ein Comeback versucht. Doch ohne Alleinstellungsmerkmal wird es für Youtube Connect und ICQ gleichermaßen schwer. Und für Marketer mäßig interessant.

Deutlich innovativer ist da der Chat-Robot Tay von Microsoft. Tay plaudert dank seiner künstlichen Intelligenz locker-flockig mit echten Nutzern in sozialen Netzwerken. Vermutlich passt sich Tays Intelligenz dem eigenen Niveau an. Genau das führt jedoch jetzt dazu, dass das Tool offline genommen wurde: Tay hat rassistische Tweets verkündet und den Holocaust geleugnet. Für Werbetreibende interessant: Lässig plauschend erstellt Tay ein hübsches Profil des Gesprächspartners. Fragt sich, wann die User aufschreien. Denn falls die Programmierer von Tay zufällig beim CIA ausgebildet wurden, dürften Marketer ziemlich viel über heimliche Wünsche erfahren. Ein paar Suggestivfragen könnten hochinteressante Ergebnisse bringen. Ärgerlich wird es für Marketer, wenn Tay nicht mehr mit Profilen und den dazugehörigen Personen spricht, sondern mit gefälschten Identitäten. Facebook warnt derzeit vor Identitätsdiebstahl. Aber warum sollte sich ein gestohlener Account auch nicht mit einem KI-Roboter unterhalten?! Der echte Nutzer wird sich über die darauf folgende Werbung sicher freuen.

A propos über Werbung freuen: Vermarkter G+J e|MS und der Adserving-Anbieter Flashtalking wollen schönere Werbung für Mobile ausliefern. "Sticky Billboard" ist ein schickes neues Werbeformat, das von Mobile bis Desktop punkten soll. Die Anzeige soll eine Alternative zu gestrigen Popup-Fenstern und Bannern sein. "Die Anzeige verschwindet nicht nach nur einem Sekundenbruchteil durch Scrollen aus dem Blickfeld der Nutzer, sondern bleibt am oberen Bildschirmrand haften. Durch das responsive Design passt sie sich dabei an alle Endgeräte an. Zudem überdeckt sie keine Seiteninhalte und kann jederzeit verkleinert werden", erfährt man bei Plan.Net, dem dritten Entwickler im Bunde. Wie das aussieht, sieht man auf dieser Stern.de-Seite – falls der Server willig ist, die Seite zu laden. Falls nicht, könnte man ja mal bei Tay nachfragen.

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