SocialShakeUp 2014 | | von einem W&V Leserautor

Human to Human statt Programmatic Advertising

Mit der SocialShakeUp 2014 in Atlanta ist soeben eine der führenden Social Media Konferenzen in den USA zu Ende gegangen – was bleibt? Torsten Heinson und Stefan Schmertzing, beide Geschäftsführer der Agentur Wunderknaben, Heinson in Düsseldorf, Schmertzing in Wien, ziehen ein Fazit.

Auf der Dmexco in Köln konnte man noch den Eindruck gewinnen, die ganze Welt der Kommunikation suche nach dem ultimativen Tool mit dem sich Marketing über Dashboards und Algorithmen regeln ließe. Ganz anders die Botschaft in Atlanta: Stellt den Menschen in den Vordergrund, und nutzt Technologie, um die Kommunikation zu erleichtern und zu verbessern, war hier der allgemeine Tenor.

Bereits die Opening Speech, gehalten von keinem geringeren als Brian Solis, gab die Richtung vor – Social Media ist keineswegs tot, im Gegenteil, der Social Market steht vor der nächsten großen Evolution. Social Listening, Social Engagement sind die großen Aufgaben vor den Kunden und Agenturen stehen, die wirklichen Nutzen aus ihrem Engagement in sozialen Medien ziehen wollen.

Unzählige Fallbeispiele, u.a. Coca-Cola, SAP und Kraft Foods, zeigten, dass sich sowohl im B2B als auch im B2C durch den intelligenten Einsatz von sozialer Interaktion Kampagnen effektiv verlängern, Kundenservice verbessern und last but not least sogar veritable Business Leads gewinnen lassen. Was die Fallbeispiele vereint, ist die Forderung  nach einer umfassenden Strategie, die neben der Botschaft vor allem auch Ressourcen, Ziele und Schnittstellen in der Organisation berücksichtigt.

Selbstverständlich durfte das Thema Content nicht fehlen. Interessant war hier die Einschätzung eines Vortragenden, der aufzeigte, dass die meisten Marketer eigentlich Content Vermarktung meinen, wenn sie von Content Marketing sprechen. Wichtiger als die Distribution der Inhalte ist aber die Qualität des Contents, und auch hier gilt es, die Brille der Empfänger aufzusetzen. Ist der Content relevant? Passt er zum Absender, ist er glaubwürdig und authentisch? Und besitzt der Content ein Interaktionsangebot? Damit dürfte die Zeit der Facebook Gewinnspiele endgültig passé sein.

Stichwort Facebook, natürlich war auch Facebook mit einigen Vertretern präsent, und die Experten aus Menlo Park machten sehr deutlich, dass die Plattform primär als Kanal für zielgerichtete Werbung genutzt werden sollte. Wer seine Social Media Strategie bei einer organischen Reichweite von zwei Prozent auf das Facebook Profil aufbaut, ist selber schuld.

Eigentlich ein Randthema, wurde offenbar, dass auch das Thema Sicherheit künftig nicht unterschätzt werden darf. Bespiele von CNN und Thompson Reuters zeigten, dass im sozialen Universum von Medien, mehrere Dutzend Angriffe pro Tag erfolgen – vom Versuch Profile zu hacken bis hin zum Einschleusen von schädlichen Links.

Ein Highlight nach zwei vollgepackten Tagen war die Keynote von Jeremiah Owyang. Er zeigte nicht nur die Evolution des Marktes sehr gut auf, er gab auch einen faszinierenden Ausblick auf die nähere Zukunft. Das Thema hier: Collaborative Markets, die Macht der Share Economy. Uber, AirBnB und unzählige StartUps (von denen viele Google finanziert) beweisen, dass zumindest in den USA ein neuer, dynamischer Markt entsteht, der die Verbindung vom Online ins Offline mit sich bringt.

Human to Human statt Programmatic Advertising

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