King | | von Annette Mattgey

Großer Facebook-Erfolg für "Candy Crush Soda Saga"

In den ersten 24 Stunden haben bereits mehr als 100 Millionen Facebook-User die Video-Brandingkampagne für das Spiel "Candy Crush Soda Saga" wahrgenommen. Mehr als 70 Prozent haben die am Freitag gestartete Kampagne des App-Entwicklers King auf mobilen Geräten gesehen. Die Zielgruppe sind Frauen und Männer über 21 Jahren in sieben Ländern: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA, Kanada, Australien und Brasilien. King, WCRS und der Facebook Creative Shop habe für diese Kampagne neun Videos produziert, etwa dieses hier.

Angus Lovitt, VP Performance Marketing bei King, sagt: "Zum ersten mal hat King Premium Video Ads bei Facebook geschaltet, um die Begeisterung für ein Spiel anzufachen. So konnten wir die Geschichte Millionen Leute erzählen." Rob Newlan, Regional Director bei Facebook Creative Shop, ergänzt: "Die Arbei war sehr erfüllend. Wenn Du ein mobiles Video drehst, musst Du die Story in wenigen Sekunden zum Leben erwecken. Marken, die für den mobilen Screen geschaffen sind, brauchen Kreative, die die Daumen zum Stoppen bringen."

Für die Fortsetzung der "Candy Crush Saga" hat sich App-Entwickler King einiges einfallen lassen. Allerdings hängt für ihn auch viel von der neuen Spielversion ab. Bunte Süßigkeiten auf dem Smartphone-Bildschirm herumzuschieben, kann überraschend süchtig machen, aber oft hält die Spielleidenschaft nicht ewig an. 

Die Londoner Tower Bridge ist immer ein schöner Anblick, vor allem nachts. Wenn unter dieser weltberühmten Brücke aber ein gigantischer, blau strahlender Gummibär auf einem pinken Springbrunnen tuckert und dazu Walzermusik über der Themse erklingt, dann ist das ziemlich spektakulär, kitschig und auch ein bisschen bizarr. Und passt damit gut zur quietschbunten Spielsensation "Candy Crush", deren Neuauflage, "Candy Crush Soda Saga", Hersteller King mit dieser Show in London feiert. In New York wird wenig später eine Straße in der City zur "Candy-Crush"-Meile umgewandelt.

Der Aufwand ist bemerkenswert dafür, dass die "Soda Saga" nicht so anders daherkommt als das Original. "Wir wollten, dass Fans es wieder erkennen", sagt Mitentwickler und Kreativchef Sebastian Knutsson. Da muss er sich keine Sorgen machen. Weiterhin müssen Spieler auf ihrem Smartphone oder Computerbildschirm kunterbunte Süßigkeiten herumschieben. Bezahlen muss keiner, aber man kann, um schneller voran zu kommen. Davon lebt "Candy-Crush"-Produzent King. Etwa 650 Level gibt es inzwischen für die erste Fassung der App, immerhin schon 165 für die zweite.

Um auf deren Einführung gebührend aufmerksam zu machen - sie ist seit fast fünf Wochen auf Facebook und seit dem 11. November als Handy-App zu haben - serviert das britisch-schwedische Unternehmen Journalisten aus halb Europa lila Cocktails auf einem Themse-Schiff und lässt Ex-Pussycat-Doll Nicole Scherzinger (36) in einer Art Eisbären-Jacke per Knopfdruck den Bär unter der Brücke hervorlocken.
Diese Firma hat Geld, das demonstriert diese Party, das zeigt aber auch der Blick auf die jüngsten Quartalszahlen: 141,7 Millionen Dollar Gewinn, das ist schon ansehnlich. Nur: Das war deutlich weniger als in den drei Monaten zuvor und der zweite Rückgang in Folge. Und der Grund dafür war, dass das Interesse an dem seit 2012 spielbaren Sensationserfolg "Candy Crush Saga" abebbt.

834 Millionen Mal spiele weltweit irgendwer "Candy Crush", sagt Knutsson, natürlich ist das immer noch viel. Aber Hypes im Internet verschwinden bekanntlich fast so schnell und unvermeidlich, wie sie auftauchen. King wird deswegen viel mit dem Spielehersteller Zynga verglichen, der mit "Farmville" eine Manie ausgelöst hat und jetzt einen Verlust nach dem anderen schreibt, weil das Spiel zunehmend out ist und es mit den Nachfolgern nicht so gut läuft.

"Es ist die wichtigste Markteinführung des Jahres", bestätigt Knutsson, "aber wir haben vier andere Spiele in diesem Jahr eingeführt." Sowieso könne doch nichts den Erfolg von "Candy Crush" toppen. King hat knapp 200 Spiele in gut 200 Ländern auf dem Markt - das klingt nach breiter Aufstellung, aber "Candy Crush" bleibt die Milchkuh. Wie gut es mit der "Soda Saga" läuft, will Knutsson nicht recht verraten. Sie sei vorn auf den Download-Listen in mehr als hundert Ländern, sagt er, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

"Candy"-Fans sollen beides spielen, sagt Knutsson, es sei immer noch ein komplettes Team mit der Weiterentwicklung der ersten Version beschäftigt, 2015 werde es ein großes Update geben. "Das ist eines der wichtigsten Dinge, auf die wir uns konzentrieren: Wie können wir unsere Spiele weiterentwickeln und nicht stehenbleiben." Irgendwann aber wird etwas Neues hermüssen. Der Kreativchef glaubt, dass die Zukunft in sozialen Spielen liegt. "Es gibt einen Appetit auf Spiele, die etwas komplexer sind und die man mit Freunden spielen kann."

Bis der nächste Hit kommt, müssen die "Candy Crush Saga" und ihr Nachfolger im Gespräch bleiben. Dafür hat King den neuen Spiel-Soundtrack von einem der bekanntesten Orchester der Welt einspielen lassen, dem London Symphony Orchestra. Und die Shows auf der Themse und in New York dürften ebenfalls dazu beigetragen haben.

Mit wieviel sie in der kommenden Jahresbilanz zu Buche schlagen, verraten allerdings weder Knutsson noch die Pressesprecher.

(am/Teresa Dapp, dpa)

Großer Facebook-Erfolg für "Candy Crush Soda Saga"

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht